Die didaktische Methode

Wir nähern uns einer Gruppe Frauen auf einer Brunerschen Spirale. Dann elementarisieren wir die Frauen zu Mädchen und locken die Lesbe unter ihnen mit einem Fußball hervor.

Die Heisenberg-Methode

Ort und Geschwindigkeit einer Lesbe in Bewegung lassen sich nicht gleichzeitig bestimmen. Da bewegte Lesben also keinen physikalisch sinnvollen Raum einnehmen, kommen sie für eine Suche nicht in Frage. Das Erkennen einer unbewegten Lesbe wird der Leserin als Übungsaufgabe überlassen.

PS. Tipp: Schränke sind grundsätzlich physikalisch sinnvolle Räume.

Die Hilbertsche oder axiomatische Methode

Für die Betrachtung einer Gruppe von Frauen an einem beliebigen Ort wird folgendes Axiomensystem eingeführt:

Axiom 1:
Die Anzahl der Lesben innerhalb dieser Gruppe ist größer als Null.

Axiom 2:
Sind Lesben innerhalb dieser Gruppe, sind sie sichtbar.

Schlussregel:
Ist p ein richtiger Satz und gilt „wenn p so q“ so ist auch q ein richtiger Satz.

Satz:
Die Lesben sind sichtbar.

Die geometrische Methode

Für die Versuchsanleitung wird eine einsehbare Kabine in einem dunklen, dunklen Außen benötigt. In dieser Kabine steht eine Frau. Draußen auch.

1. Fall:
Die Frau in der Kabine ist lesbisch. Dieser Fall ist trivial. Wir können sie sehen.

2. Fall:
Die Frau in der Kabine ist nicht lesbisch.
Dann ist es erforderlich, dass sie eine Inversion an den Kabinenwänden nach außen macht. Auf diese Weise gelangt die Lesbe in die Kabine und die Hetera nach draußen.

Achtung: Bei Anwendung dieser Methode ist darauf zu achten, dass die Hetera sich nicht auf den Mittelpunkt des Kabinenbodens stellt, da sie sonst im Unendlichen verschwindet.

PS. Allerdings würde das, würde es so lange wiederholt wie Heteras vorhanden sind, automatisch zur Sichtbarkeit der einzig verbliebenen Lesben führen.

Kommunikationswissenschaft …

… und warum Kommunikation nicht funktionieren kann oder
wie es unmöglich ist, eine Lesbe zu erkennen.

Eine neue Nachbarin ist eingezogen. Vielleicht ist sie auch lesbisch? Sie sieht irgendwie schon lesbisch aus. Es wäre so schön, eine weitere Lesbe in der Nachbarschaft zu haben, für Kaffee- und anderen Klatsch, gemeinsames Ausgehen und Ausheulen. Ich sollte gleich mal rübergehen und sie einladen.

Aber, Moment mal: Und wenn sie gar nicht lesbisch ist? Wenn sie Lesben hasst? Neulich auf der Treppe ist hat sie nur kurz gewunken. Vielleicht war sie in Eile. Oder sie hat die Eile nur vorgetäuscht, weil sie nichts mit mir zu tun haben will? Oder weil sie Lesben hasst? Also, wenn ich irgendwo neu eingezogen wäre, würde ich etwas mit meinen lesbischen Nachbarinnen zu tun haben wollen. Warum nur will sie nicht? Wie kann eine nur freundliche Nachbarschaft so rüde zurückweisen?
Wegen solcher Verhaltensweisen ist unsere Welt so kalt und unfreundlich. Und dann bilden sich diese Leute noch ein, ich sei auf sie angewiesen, als ob ich sonst keine kennen würde. Also jetzt reicht’s mir.

Ich stürme also aus der Wohnung, klingle gegenüber Sturm und als sie die Tür öffnet, brülle ich „Schlafen Sie doch mit wem sie wollen, Sie Zicke!“

Dialektik nach Hegel (optimistisch)

Man unterstützt die Heteras wo immer es möglich ist und fördert ihre Entwicklung in jeder Hinsicht. (Familienpolitik, Vereinbarkeit von Frau und Beruf, kostenlose Kinderbetreuung, Selbsthilfegruppen, Volkshochschulkurse für Gattinnen …)

Sie werden immer mehr. Nach Hegel kommt irgendwann der Zeitpunkt an dem Quantität in Qualität umschlägt … und flux hat man eine Lesbe.

Die logische Methode oder die Methode des ausgeschlossenen Dritten

Wir stellen ein Transparent mit der Aufschrift „Gleiche Rechte für Lesben“ in die Gegend und legen ein Brett mit Leim daneben. Die Lesbe sagt: Nein, auf den Leim gehe ich nicht. Nach dem tertium non datur muss sie vor das Transparent treten. Das sollte schleunigst dokumentiert werden.

Das Paradoxe am Ausgeschlossenen Dritten ist, dass das Dritte als Hilfskonstrukt herhalten muss um allein nur sagen zu können, dass es nur zwei geben kann. Hat sich trotzdem sehr, sehr lange gehalten. Eigentlich hält es sich immer noch, besonders bei den zwanghaften Heterophilen. Shocking.

 Noch eine mathematische Methode (Projektion)

Wir projizieren den Ort, an dem die Lesbe ist auf eine Gerade und die Gerade auf einen Punkt in einem Schrank. So gelangt die Lesbe dorthin. Leider lässt sie sich – die Natur des Schranks – im Schrank nicht zweifelsfrei als Lesbe identifizieren, auch wenn sie unzweifelhaft dort ist.
Die Methode funktioniert grundsätzlich auch mit anderen Orten.

Noch alltagsrelevanter wäre allerdings eine wissenschaftliche Methode, um die Lesbe aus dem Schrank …

Eine Schrödinger-Variante

Ein markierter Ort, zum Beispiel lesbenaffin in Form einer Doppelaxt, ist für dieses Experiment sehr hilfreich.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Lesbe zu einer beliebigen Zeit über der Doppelaxt befindet, ist größer als Null. Es reicht, sich in die Nähe zu setzen und zu warten.

Warten auf die Lesbe:
Das löst nicht das Problem, *was genau* die Sichtbarkeit ausmacht aber es löst das Problem, die Lesbe zu erkennen, wenn sie da ist. Ein kleines, aber zu vernachlässigendes Problem könnten massenhafte falsch-positive Befunde sein. Das macht jedoch nichts. Es geht immerhin nicht darum, eine Hetera als Hetera zu erkennen, sondern eine Lesbe als Lesbe. Und mit Schrödingers Doppelaxt erwischen wir jede!

Gravitation ohne Reibung (Newton)

Mit Newton wäre das Problem der Sichtbarmachung von Lesben einfach gelöst:

Lesben und Therapeutinnen ziehen sich durch Gravitationskraft an. Wir vernachlässigen die Reibung. Auf diese Weise muss die Lesbe früher oder später in der Praxis der Therapeutin landen.

Diese kann, um Newton posthum doch noch einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen, als der im lesbischen Sinn „absolute Raum“ gelten, den Newton Zeit seines Lebens für unabweisbar hielt.

Anmerkung zur Gravitationsmethode:

Es gibt einen unheimlichen und eigentlich nur durch genetisch (?) bedingte (??) Leidenschaft für’s Leiden erklärbaren Zusammenhang. Die Lesbe an sich hält sich für ein reparaturbedürftig‘ Wesen. Vermutlich betrifft das die Therapeutin noch stärker. Bei Lesben-Events kann mitunter den Eindruck entstehen, es gebe mehr spezialisierte Therapeutinnen als therapierwilliges Volk. Anziehung ist somit überlebensnotwendig – und die Anziehungskraft nach Kräften zu füttern, bare existenzielle Notwendigkeit.

Ohne Reibung jedoch, um auf die oben genannte Regel zurückzukommen, funktioniert bei Lesben relativ wenig. Das ist wieder mal ein Zeichen dafür, dass Newton – wie all die anderen imperialistischen paternalistischen patriarchalen ??*!<@# – Lesben missachtet, sonst fänden alle Bedürfnisse Beachtung und den Besonderheiten lesbischer Lebensweisen würde in der Gravitationsleere (!) Rechnung getragen.
Mit dem Beispiel ging es auch eher darum, den Finger in die schwärende Wunde lesbischer Unsichtbarkeit zu legen – eine Wunde, die die Schwären anzuziehen scheint wie die Therapeutin die Lesbe. Um zum Thema zurückzukehren.

Wahrscheinlich sind die eingangs angesprochenen Projektionsmethoden lesbenfreundlicher.