Wie ist denn das mit denen? Ein paar Seiten für alle, die mehr über lesbisches Leben wissen wollen…aber bisher nie zu fragen wagten… steht in der im April 2011 erschienenen Broschüre „Wie ist denn das mit denen? Ein paar Seiten für alle, die mehr über lesbisches Leben wissen wollen“, geschrieben von Dr. Kirsten Plötz und herausgegeben vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.

Die Broschüre deckt alle Themenbereiche lesbischen Lebens ab: Vom Coming out über das Arbeitsleben, Heiraten und Kinder kriegen bis zum Altersheim: alles drin. Dabei arbeitet die Autorin Kirsten Plötz mit Vorurteilen, sie wolle, wie sie sagt,

„so schreiben, dass auch die Nachbarin von nebenan das eine oder andere Vorurteil prüft – ohne sich vor lauter schlechtem Gewissen nicht mehr zu trauen, mit lesbisch lebenden Frauen in Kontakt zu treten.“

Und Vorurteile und Klischees gibt es viele in dieser Broschüre: „Soll ich denen mal zeigen, wie sie wieder normal werden können?“ ist eine weit verbreitete Haltung gegenüber lesbischen Frauen. Ein Angebot von einem Mann, sie umzupolen, hat jede Lesbe schon mal erhalten. Es wäre interessant zu wissen, ob je eine erfreut angenommen hat 😉

Oder: „Ist denn das so wichtig?“, (…) „dass die Kollegin ständig davon erzählt, dass sie lesbisch ist?! Ich erzähl‘ doch auch nicht jedem, mit wem ich ins Bett gehe!“

Ja, es ist wichtig. Beobachten wir einen beliebigen Kolleginnenkreis in der Frühstückspause und zählen die Sätze, die anfangen mit „Mein Mann hat gesagt…“, „Dieter meint…“, „Der Edgar war wieder beim Fußball…“. Zweifellos sind „Dieter“, „Edgar“ und „mein Mann“ männlich. Und zweifellos gehen die (Ehe-)Frauen mit ihren Männern ins Bett. Oder?! 😉

Interessant wird es beim Thema Regenbogenfamilie: „Ersetzt eine der Frauen den Mann, oder sind sie beide Mütter?“ fragen sich viele. Nun, schauen wir beispielsweise eine heterosexuelle Familie an: Der Vater früh verstorben, die Mutter nun alleinerziehend, tatkräftig unterstützt durch Oma und Tante. Niemand käme auf die Idee zu fragen: „Ersetzt eine der Frauen den Mann, oder sind sie alle drei Mütter?“

Alles klar?!

Dr. Kirsten Plötz hat eine hervorragende Broschüre geschrieben. Sie sagt:

„Mir war es wichtig, dass die Broschüre den Kontakt erleichtert, indem typische Missverständnisse angesprochen und ausgeräumt werden. Deshalb habe ich bewusst Vorurteile als Aufhänger gewählt und sie diskutiert“.

Das ist ihr rundum gelungen!

Die Broschüre ist leicht zu lesen, hat insgesamt 40 Seiten, schöne und realistische Fotos und es gibt sie als PDF und als Bildschirmversion, bei Letzterer lassen sich alle Links direkt aus dem Text heraus anklicken – äußerst komfortabel!

Links und Quellen:

Downloads beim Niedersächsischen Sozialministerium unter ms.niedersachsen.de