Originaltitel: Drool

Unterwegs mit Kathy KRichtig und herzhaft lachen konnte ich bei diesem Film, der im Mai 2010 bei der L-Filmnacht gezeigt wurde. Da ich die verpasst hatte, lag gestern die DVD in unserem DVD-Abspielgerät 🙂

Die ersten Minuten waren schwer erträglich

Dieser Film beginnt wie so viele Lesbenfilme: Mit der ausführlichen Darstellung heterosexueller Lebensumstände und vor allen Dingen Sexualität. Meine Freundin und ich guckten uns fragend an. Da sie aber die Zusammenfassung kannte, konnte sie mich beruhigen: „Der ist bald tot.“

2008 in USA gedreht schildert der Film eine heterosexuelle Familiensituation in einer Kleinstadt in Oklahoma: Die Vater terrorisiert seine Frau und die beiden Kinder, die 15-jährige Tabby und der 11-jährige Little Pete wechseln zwischen Rebellion und Anpassung. Die Mutter Anora hat sich schon vor langem in eine Traumwelt geflüchtet, erledigt mechanisch Kinder, Küche, Sex und hat ein ziemlich langweiliges Leben.

Das alles ändert sich, als nebenan die schwarze Nachbarin Imogene Cochran einzieht. Sie vertreibt Kosmetikprodukte der Firma „Kathy K“ und sieht umwerfend aus. Anora und Imogene freunden sich miteinander an, aber da sich Rassismus in diesem Film dahingegend äußert, dass man nicht mit „Niggern“ befreundet ist, gibt es ein paar unfeine Szenen, in einer davon schlägt der bescheuerte Ehemann Anora auch. Begründung: „In mein Haus kommen keine Nigger!“

Imogene allerdings, kultiviert, schlagfertig und klug, pariert die Angriffe so cool, dass alle Täter in diesem Film ziemlich uncool dastehen 🙂

Aber dann wurde alles besser

Die beiden Frauen freunden sich trotzdem miteinander an und nach kurzer Zeit muss Anora feststellen, dass sich in ihre Träume vom „Traummann“ Bilder einer „Traumfrau Imogene“ einschleichen. Es kommt wie es kommen kann: die beiden knutschen im elterlichen Schlafzimmer, der Mann kommt früher von der Arbeit nach Hause, erwischt die beiden, rastet aus, holt seine Pistole, es kommt zu einem Handgemenge, in das auch die beiden Kinder involviert sind und zum Schluss ist der Ehemann tot. Erschossen. Von Anora.

Statt in Panik auszubrechen packt Imogene das lilafarbenene Auto, dass ihr Kathy K zur Verfügung stellt (in dem Film kommt überhaupt ziemlich viel lila vor), lädt Anora, die beiden Kinder und den toten Ehemann ein (Letzeren in den Kofferraum auf eine Plane) und sie fahren los. Wenn sie unterwegs anhalten, bekommen alle etwas zu essen und zu trinken und der Kofferraum eine Ladung Crushed Ice. Imogene kommentiert gelassen: „Man muss improvisieren“.

Sie fahren zum Firmensitz von Kathy K. Die Firma wird von einer weiteren hinreißenden schwarzen Frau geleitet, mit der Imogene befreundet ist und wo sie herzlich willkommen sind. Schnell stellt sich heraus, dass auch Kathy K schon mal einen Ehemann ermordet hat und Spezialistin auf dem Fachgebiet der Leichenbeseitigung ist. Getragen von zwei supertuckigen Schwulen, die für Kathy K arbeiten, wird der inzwischen stark riechende Ehemann würdig begraben, nicht ohne vorher entsprechende Rituale mit den Kindern vollzogen zu haben.

Und am Ende ist alles gut

Die Kinder waren nicht übermäßig begeistert, als sie mitbekamen, dass ihre Mutter sich in Imogene verliebt hat, aber Imogenes Witz, Welterfahrenheit und ihre pädagogischen Erziehungsmittel ändern die Meinung der Kinder zum Positiven. Anora ist über beide Ohren in Imogene verliebt, der Vater ist weg und letztendlich sind darüber alle erleichtert. Und als sich herausstellt, dass sie alle erstmal bei Kathy K bleiben können und diese Firma auch Jobs bietet, ist einfach alles gut.

Wirklich ein erfrischender, mitreißender Sommerfilm! Ach ja, besonders, weil Kinder und Mutter zum ersten Mal in  ihrem Leben das Meer sehen 🙂

DVD-Erscheinungsdatum: 29.06.10.
Originaltitel: Drool
Ein Film von Nancy Kissam
USA 2009, FSK 16, Länge: 85 Minuten, Sprachfassung: englische OF, Untertitel: deutsch.
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