Neulich, als es hier bei L-talk um neueste Erkenntnisse der Hirnforschung ging („Brainticket„, 23. Juni 2008), fand selbst ich den Vergleich zwischen (schwulen) Männern und (schwulen) Pinguinen noch ein bisschen weit hergeholt.

Nun, das war neulich. Inzwischen weiß ich, dass ein Mitglied der Norwegischen Königlichen Garde Pinguin ist und kürzlich zum Ritter geschlagen wurde. Das ist ohne Zweifel eine ganz ausgesprochen männliche Angelegenheit. 
Sir Nils Olav lebt in seinem zivilen Leben im Zoo von Edinburgh und wurde 1972 von den norwegischen Truppen … adoptiert. Inzwischen ist es Nils Olav der Zweite. Aber schaut selbst:


 

 Nils Olav inspzierte vor der Zeremonie die Truppen. Er empfing den Ritterschlag auf beiden Seiten seines Kopfes – an der Stelle, an der bei anderen Rittern die Schultern sitzen. Mehrere hundert Menschen besuchten die Feier, zusätzlich zu den 130 Mitgliedern der Königlich Norwegischen Garde.

Ein Schreiben von König Harald V wurde verlesen, in dem er Nils als Pinguin beschrieb, der „in jeder Hinsicht der Ehre und Erhabenheit des Ritterstandes würdig ist“.

Bereits zuvor hatte Nils Olav Auszeichnungen für seine lange Dienstzeit erhalten und war mit einer eigenen Statue geehrt worden.

In Norwegen wurde die Situation schwuler Pinguine bereits 2006 vorurteilsfrei betrachtet, als das Osloer Naturhistorische Museum der Homosexualität im Tierreich eine eigene, viel beachtete Ausstellung widmete, die seinerzeit von Familien und Schulklassen intensiv genutzt wurde. (Illustration zur Ausstellung oben rechts)


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