In Gedenken an Liz Trobishi, 16, aus Holon und Nir Katz, 26 aus Givatayim

Ein spontaner Protestmarsch formierte sich in den Straßen von Tel Aviv, nachdem ein Schütze drei Menschen getötet und weitere bei einem Überfall auf ein schwules und lesbischen Zentrum in der Stadtmitte von Tel Aviv verletzt hatte. 10 Verletzte wurden am Sonntag noch in Krankenhäusern behandelt. Der Schütze konnte fliehen.

Zeuginnen und Zeugen berichteten dem israelischen Fernsehen, dass der schwarzgekleidete und maskierte Mann in das Zentrum der Schwulen und Lesbenvereinigung Tel Aviv gestürmt war. Er eröffnete das Feuer in einem Raum im Untergeschoss, in dem Teenager ihr wöchentliches Selbsthilfe-Treffen abhielten. Die meisten Verletzten waren minderjährig, teilte die Polizei mit.

Unsere Freundin Lizzy the Lezzy hat einen Film über den spontanen Protestmarsch, der sich direkt nach dem Attentat formiert hatte, auf Youtube online gestellt:

 

Nir Katz, der im Zentrum als Berater tätig war, wurde am Sonntag unter Anteilnahme hunderter Menschen in Modi’in beerdigt. Seine Schwester Chen, mit der er in den letzten sieben Monaten zusammengelebt hatte, trug eine Regenbogenfahne, die sie am Schluss der Zeremonie auf dem Grab ablegte. Der Zeitung Haaretz sagte sie:

Ich trage diese Fahne, weil wir zeigen müssen wozu Hass ohne Sinn führen kann. Der Kampf hat hier begonnen und wir werden an die Wurzeln gehen. Alle Menschen sind gleich und es kommt nicht darauf an, welche Neigung sie haben.

 An der Beerdigung von Liz Trobishi nahm Bildungsminister Gideon Sa’ar teil. Er verurteilte die Gewalt:

Gestern fühlte ich und heute fühle ich Scham für eine Gesellschaft, die sich in eine gewalttätige, grausame, unmenschliche Gesellschaft verwandelt. Woche für Woche hören und lesen wir von Dingen, die unser Kopf nicht verarbeiten kann und ich hoffe wirklich, dass wir gemeinsam in der Zukunft eine bessere Gesellschaft schaffen und unsere Kinder schützen können.  

 Der Vorsitzende der Vereinigung jugendlicher Schwuler, Lesben, Bisexueller und Transgender in Israel, Yaniv Weizmann, sagte der BBC, dass der Anschlag sehr bewusst ausgeführt worden sein müsse, da der Ort von außen nicht zu erkennen gewesen sei.

Der lesbisch schwulen Community in Israel, in Tel Aviv, ist heute deutlich gemacht worden, sehr deutlich gemacht worden, dass Israel, dass Tel Aviv nicht länger ein sicherer Ort ist. Und wenn jemand meint, Hass zu sprechen und sich verbal gegen die lesbische und schwule Community zu äußern, kann er heute die Bilder sehen die zeigen, wohin diese Worte führen.

Kritik wurde besonders gegenüber Äußerungen aus der religiösen Rechten laut, die sich in der Vergangenheit immer wieder sehr deutlich gegen die Verbesserung der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender ausgesprochen hatte.

Links und Quellen:

  • Lizzy the Lezzy
  • Ofra Edelman und Noah Kosharek: Hundreds mourn as Tel Aviv gay center attack victims laid to rest, haaretz.com, 2.8.2009 (englisch)
  • Gunman turns teen meeting at Tel Aviv gay center into ‘slaughterhouse’, lgbtqnews.com, 2.8.2009
  • Gunman attacks Israeli gay centre, BBC News, 2.8.2009
  • Deadly Shooting at Israeli Gay Youth Center, advocate.com, 1.8./3.8.2009