Im Züricher Tages-Anzeiger spricht Nina Merli mit der Forscherin Dominique Grisard, zurzeit Gastwissenschaftlerin am Center for Gender Studies der University of Chicago, über Täterinnen.

„Bei Tätern wird das Geschlecht höchst selten explizit erwähnt oder thematisiert, bei Täterinnen ist es die Regel. Dabei ist es nicht selten, dass bei Frauen vermutet wird, sie seien lesbisch, wie etwa bei Amanda Knox. Das hat damit zu tun, dass Morde und Kriminalität nach wie vor als männlich verstanden werden und mit dem Codewort «Lesbe» Bilder von maskulinen Frauen abgerufen werden. «Lesbisch» steht dann für «männliche Täterin», sei es in ihrem Auftreten, Aussehen oder in ihrem Begehren einer anderen Frau. Im Fall der Zürcher «Parkhausmörderin» und bei vielen anderen wurde auch behauptet, sie seien lesbisch. Grundsätzlich zeigt dies, wie homophob unsere Gesellschaft heute noch ist.“

via «Bei vielen wird behauptet, sie seien lesbisch» – Kultur: Diverses – tagesanzeiger.ch.