Cecilia Malmström, schwedische Außenministerin und designierte EU-KommissarinVor dem Europäischen Parlament gehen die Anhörungen der designierten EU-Kommissarinnen und EU-Kommissare in die abschließende Runde und die schwedische Außenministerin Cecilia Malmström, vorgesehen als Kommissarin für EU-Innenpolitik, hat sich überzeugend präsentiert.

Gefragt nach ihrer Auffassung zur Bedeutung der Anti-Diskriminierungspolitik, hat sie sehr bedauert, dass die horizontale Anti-Diskriminierungsrichtlinie nicht ratifiziert wurde und machte deutlich, dass Anti-Diskriminierungs-Initiativen einen hohen Stellenwert in ihrer Politik einnehmen werden.

Der Europaabgeordnete Raül Romeva i Rueda, stellvertretender Vorsitzender der European Parliament’s Intergroup on LGBT Rights, sagte nach der Anhörung:

„Wir haben den Mittelweg verstanden, den die designierte Kommissarin Malmström in Sachen fundamentaler Rechte geht, insbesondere in Bezug auf LGBT Rechte, und wir erwarten, im Kampf gegen jede Art von Diskriminierung eng mit ihr zusammenzuarbeiten. Ihre (Antidiskriminierungs-)Arbeit als schwedische Außenministerin während der zurückliegenden  schwedischen EU-Präsidentschaft wissen wir zu schätzen, und wir hoffen, dass sie die künftigen Präsidentschaften auch voranbringt, beginnend mit der Spanischen.“

Als EU-Kommissarin wäre Cecilia Malmström für fünf Jahre im Amt und wäre unter anderem verantwortlich für die Weiterentwicklung  der Bürgerrechte in der Union. Die abschließende Wahl zur EU-Kommisarin ist für den 9. Februar vorgesehen.

Pornografisches Klischee oder Identität stiftende Initiative?

Gleich mehrere Zeitschriften haben eine Anzeige des schwedischen Lesben- und Schwulenverbands RFSL abgelehnt. Der Regionalverband in der südschwedischen Provinz Skåne hat eine vierteilige Reihe „Liebe hat viele Gesichter“ („Kärleken har många ansikten“) produziert, mit dem Ziel, die Identität von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in der Region zu stärken. Es gibt jeweils ein Bildmotiv für Print-Anzeigen und einen Kurzfilm. In der Kritik stand eines der vier Motive, des zeigt drei Frauen, die, äh, knapp bekleidet leidenschaftlich ineinander verknotet sind.

Als „klischeehaft“ bezeichnete beispielsweise der Chefredakteur des Sydsvenskan das Anzeigenmotiv. Man habe kein Problem mit provokanten Themen, aber dies gehe über einen akzeptablen Rahmen hinaus.

Selbst gucken?

Lobbyarbeit für den Vaginalkranz

Der schwedische Sprachrat hat das Wort „slidkrans“, Vaginalkranz, in die Liste schwedischer Wörter aufgenommen. Vorausgegangen war eine lange und intensive Lobbyarbeit verschiedener Verbände, die das Wort „mödomshinna“, Jungfernhäutchen, aus der offziellen Sprache verbannt wissen wollten.

Slidkrans, Vaginalkranz, gibt's auch auf Englisch, Kurdisch und Arabisch

Das bisherige Wort habe viele Mythen über das Hymen und sexuelle Unberührtheit befördert, sagte Åsa Regnér vom Riksförbundet för sexuell upplysning, einem Verband, der ähnliche Arbeit leistet wie Pro Familia in Deutschland:

„Sprache hat Macht darüber, wie wir denken. Es kommt darauf an, Information darüber zu geben, wie der Körper funktioniert.“

(zitiert nach: thelocal.se)

Links und Quellen:

  • Homepage von Cecilia Malmström
  • European Parliament’s Intergroup on LGBT Rights, lgbt-ep.eu
  • Riksförbundet för homosexuellas, bisexuellas och transpersoners rättigheter, rfsl.se
  • Die Anzeigenkampagne des RFSL-Regionalverbands in Skåne, rfslskane.se
  • Riksförbundet för sexuell upplysning, rfsu.se
  • ‚Vaginal corona‘ makes 2009 word list, thelocal.se, 31.12.2009