Hetero-Migrationsbericht

Mehrfachdiskriminierung und die Situation von Lesben, Schwulen und Transgender Personen mit Migrationshintergrund ist nicht gerade ein Schwerpunkt des Migrationsberichts 2010 der Bundesregierung. Immerhin kommt auf den 615 Seiten einmal das Wort Homophobie vor:

„Feindseligkeiten gegenüber Menschen, die einer anderen Gruppe angehören, sind schon immer Teil von Vorurteilstrukturen gewesen. Rassismus, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie und seit einigen Jahren Islamophobie, die Abwertung von Arbeitslosen, von Obdachlosen oder die Herabsetzung von Behinderten sind Ausdruck von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Negative Einstellungen gegenüber andersartigen Gruppen erschweren die Integration, behindern das friedliche Miteinander und gefährden den Zusammenhalt einer Gesellschaft.“

Für Mehrfachdiskriminierung und sexuelle Identität war wahrscheinlich kein Platz mehr.

8. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland (Juni 2010), bundesregierung.de (pdf-Download)

die finnische Justizministerin Tuija Brax, Bild: regeringen.fiGeschlechtsneutrales Eherecht in Finnland

Im Zusammenhang mit dem Helsinki Pride hat die finnische Justizministerin Tuija Brax (Grüne) ein neues Eherecht angekündigt. Damit wäre Dänemark das einzige Land im Norden ohne vollständige rechtliche Gleichstellung. Dort stellt sich die Danskt Folkeparti noch quer, berichtet das schwedische Portal qx.se.

Echte schwedische Menschen im Bild

Mehr aus dem Norden: Das Herzstück der neuen Gleichstellungskampagne vom schwedischen Verband RFSL ist der Fotoband Verklighetens folk mit Bildern der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin.

Die Autorinnen definieren den konservativen Slogan vom „echten Menschen“ für sich um und formulieren fünf politische Ziele:

  • Familienpolitik für echte Familien
  • Homo-, bi- und Transkompetenz in der Asylpolitik
  • Wirklichkeitsangepasste Pflege für Transpersonen
  • Kompetente Behandlung echter Menschen
  • Echte HIV-Prävention als Verantwortung für alle

Revolutionär feministisch-antirassistisch – damals

Theorie als Praxis dokumentiert und diskutiert einen knapp 20 Jahre alten Text: „Zur Politik der Frauen aus dem Antirassistischen Zentrum und grundsätzliche Überlegungen zur antirassistischen Politik“.