Corinna Waffender - Sterben war gestern, Querverlag September 2011Mit „Sterben war gestern“ legt Corinna Waffender ihren bereits dritten Krimi rund um die Kriminalkommissarin Inge Nowak vor. Und um es gleich zu sagen: dies ist ihr bislang bester 😉

Aber der Reihe nach…

Nach „Tod durch Erinnern“ (Band 1) und „Töten ist ein Kinderspiel“ (Band 2) – alle im Querverlag in der Reihe quer criminal erschienen – ermittelt Kriminalhauptkommissarin Inge Nowak, Leiterin einer Mordkommission in Berlin diesmal an der Ostsee. Inge Nowak ist vor einem halben Jahr nur knapp einem Mordanschlag entgangen und zur Aufarbeitung ihrer posttraumatischen Belastungsstörung reist sie in die psychosomatische Ostseeklinik in der Nähe von Rostock. Dort kaum angekommen wird eine ihrer Tischnachbarinnen ermordet. Und Inge Nowak ermittelt – inoffiziell. Das ist auch gut so, hat nämlich der ermittelnde Rostocker Hauptkommissar Erich Werle andere Verdächtige und bald auch andere Dinge im Kopf. Unterstützt wird Inge Nowak durch die Oberkommissarin Eberstätter, ebenfalls Rostock und ihren am Burn-Out-Syndrom wachsenden Mitpatienten Ewald Klee. Der im übrigen eine alte BMW fährt 😉

Bald gibt es 3 Tote, zudem eine Verschwundene und es scheint einen Zusammenhang mit der Ostseeklinik zu geben. Dabei schildert Corinna Waffender auch Details aus der Patientinnensicht. Wer schon immer einmal wissen wollte, was bei den unterschiedlichen Therapieformen in einer psychosomatischen Klinik so alles vor sich geht, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse. Und auch der leitende Oberarzt der Klinik bekommt sein Fett weg… spannend spannend spannend…

Ich war unglaublich traurig, als das Buch zu Ende war. Es ist spannend geschrieben, die Figuren sind äußerst lebendig und da ich kürzlich in Rostock (ich sag nur LFT…) habe ich die Orte, an denen Inge Nowak und Ewald Klee ihren Espresso zwischendurch nahmen quasi miterlebt. Im ersten Band verliebt sich Inge Nowak ja in ihre andalusische Kollegin Verónica Sánz (die seit dem zweiten Band ebenfalls in Berlin lebt) und die Beziehung zu Verónica spielt in Band 3 eher eine Nebenrolle. Das ist für die emotionale lesbische Wahrnehmung äußerst entspannend, geht es nämlich in Band 3 ausschließlich um Sachthemen. Zwar auch emotional, aber anders 😉

Ich hoffe, dass Corinna Waffender noch mehr Krimis mit Inge Nowak schreibt. Klug konstruiert, spannende Geschichten, lesbische Kriminalhauptkommissarin und überraschende Ausgänge gibt es nämlich nicht so häufig in der deutschen Krimilandschaft…

Corinna Waffender bei der Lesbisch-schwulen Lesenacht am 15. Oktober 2011 im Frankfurter LSKH, Foto: L-talkUnd wer Gelegenheit hat, eine Lesung mit Corinna Waffender besuchen zu können: Hingehen! Ich selbst war bei der Lesbisch-Schwulen Lesenacht zur Buchmesse 2011 im LSKH in Frankfurt und sie kann einfach supergut vorlesen!

Alle drei Bände sind übrigens auch in der amazon Kindle Edition erhältlich.

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