„Women of the world unite!
Stand up and fight!
Say our own names!
Go up in flames!“

(Mary Daly, September 2006)

Mary Daly starb im Alter von 81 Jahren am 3. Januar 2010 in Massachusetts, USA.

Seit den 1970er-Jahren galt die Philosophin und Theologin als eine der umstrittensten feministischen Denkerinnen der USA. „Gyn/Ökologie“ (1978), ihr bedeutendstes Werk, benennt – mehr noch seziert – neben der Genitalverstümmelung in Afrika auch zahlreiche der anderen „systematischen, sadistischen Verbrechen des Patriarchats an den Frauen“:  Witwenverbrennung in Indien, Füßeeinbinden in China, Hexenverbrennung in Europa und schließlich die Gynäkologie in den USA in Gefolge und Tradition nationalsozialistischer Medizin.

In ihrem zweiten Werk, „Beyond God the Father: Toward a Philosophy of Women’s Liberation“ von 1973, stellte sie an die Stelle des unterdrückenden Vatergottes die Göttin. Sie forderte, dass Homosexualität als Form weiblicher Lebenskunst anerkannt wird. „Beyond God the Father“ löste unter anderem in Deutschland die Bewegung von Lesben in der katholischen Kirche aus, die von Herta Leistner initiiert wurde.

Gyn/ökologie, der Titel ihres Hauptwerks, ist eins der zahllosen Wortspiele Mary Dalys – das berühmteste ist wohl the-rapist, mit dem sie den Therapeuten als Vergewaltiger (rapist) identifiziert. Sie hatte sich, schreibt Luise F. Pusch bei fembio,

„das Ziel gesetzt, eine Sprache für Frauen zu entwickeln, die Frauen hymnisch feiert und frei von Patriarchalismen ist.Diesem Projekt widmet sie sich seit 30 Jahren mit zunehmender Intensität, allerdings können und wollen viele ihrer Leserinnen ihr auf diesem Weg nicht mehr folgen.“

Engagement und Beharrlichkeit waren Mary Dalys große Stärken.

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Links und Quellen: