Jetzt haben wir extra für Euch das Abendprogramm sausen lassen, damit Ihr möglichst bald ein Update bekommt!
Ha, ha, stimmt ja gar nicht!
Heute morgen begann das eigentliche LFT mit dem Eröffnungsplenum in der Mensa des Studierendenhauses der Uni Hamburg.
Wir sind extra früh aufgestanden, damit wir rechtzeitig (Beginn 9.30 Uhr) da sein würden.
Als wir um viertel nach neun ankamen, standen jede Menge Lesben vor dem Gebäude und warteten auf den Einlass. Da mussten wir dann allerdings noch 20 Minuten drauf warten, denn leider waren die Orga-Frauen nicht rechtzeitig mit den Vorbereitungen fertig geworden.
Beim sehr gut besuchten Plenum erhielten wir von den Orga-Frauen jede Menge Infos zum heutigen Tag, wann und wohin die diversen Busse fahren, wann und wohin die Demo geht, etc. pp.
Die interessanteste Info war noch, dass das Essen aus Lesbenhand ist, natürlich bio, größtenteils fairtrade (wie übrigens auch die zu erwerbenden Souvenirs) und wo es dieses Essen gibt. Das Essen ist übrigens überwiegend vegetarisch, aber wenn frau will, kann sie auch eine ganz banale Schweine- oder Lammbratwurst bekommen. Es gibt nämlich einen extra Grillstand dafür.
Aber ehrlich gesagt, wir hätten uns diese Veranstaltung auch sparen können. Wirklich Wichtiges haben wir nicht erfahren.

Danach ging’s los zur Demo in die Innenstadt.   Von der Mensa bis zum Jungfernstieg. Unterwegs gab es ein paar Stopps, an denen Reden gehalten wurden. So unter anderem kurz vorm Ziel von der südafrikanischen Aktivistin Phumi Mtetwa vom Lesbian and Gay Equality Project aus Johannesburg.(Mit ihr gab es am Nachmittag auch noch mal eine Veranstaltung, von der Schatzi gleich berichtet). Am Jungfernstieg, so ungefähr auf der Höhe vom Alsterhaus sollte eigentlich ein Kiss-In stattfinden. Allerdings funktionierte das nicht so richtig, da die Lautsprecherdurchsage dazu so schwer zu verstehen war, dass die Frauen gar nicht wussten, wann sie denn jetzt küssen sollten.
Schatzi und ich haben uns dann halt einfach mal geküsst, so zur Sicherheit, damit wir den Moment nicht verpassen. Nicht, dass wir uns nicht ständig küssen würden, aber schaden kann’s ja nix. 😉
Rüber zum G2 ging es dann mit der U-Bahn. An der Haltestelle Schlump schrie Bea dann „Alle Lesben hier aussteigen!“ und ich „Und alle, die es werden wollen auch!“ Aber ich glaube nicht, dass sich eine spontan getraut hat, auszusteigen und mitzukommen. Na ja, aber ein Versuch war es auf alle Fälle wert!
Um 13.30 Uhr sollte die Vernissage zur 10. Kunstausstellung bei einem LFT stattfinden. Da hatten wir vorher noch ein bisschen Zeit, eine Kleinigkeit im Hof zu essen. (Wir haben die Nudeln mit Tomatensauce gegessen. Die waren schon ziemlich lecker.)
Kurz vor halb zwei sind wir dann hoch zur Ausstellung, aber da konnten wir dann gleich wieder umkehren. Der Raum war bis oben hin voll. Alle standen dicht gedrängt, an Bilder anschauen war gar nicht erst zu denken. Schatzi und ich haben dann beschlossen, uns die Ausstellung dann doch lieber zu einem anderen Zeitpunkt anzusehen, wenn es dann hoffentlich nicht ganz so voll ist.
Von Bea haben wir übrigens noch erfahren, dass sie wohl eine Art „Notfallplan“ haben, für den Fall, dass MEHR Lesben kommen als kalkuliert. Und wenn ich mir das so betrachte, könnte das durchaus der Fall sein, dass mehr da sind!
Wir sind dann rüber zur Handelsschule in der Schlankreye gelatscht, um an den ersten Workshops teilzunehmen. Ich war sozusagen „beruflich“ unterwegs und war bei der Veranstaltung zur Vorstellung des Dachverbandes „Lesben und Alter“. Darüber schreibe ich jetzt aber nichts, denn dazu habe ich ja letztes Jahr schon gebloggt. Und zwar hier .

Schatzi war, wie schon erwähnt, bei Phumi Mtetwa in der Veranstaltung Campaign „Act To End Hate“. Daraus habe ich einen Extra-Eintrag gemacht. Den findet Ihr hier auch.

Beim LFT gibt es übrigens auch noch Ausstellungen über das Konzentrationslager Uckermark und die Ausstellung „Stolpersteine – Verfolgung von Lesben und Schwulen in Hamburg von 1916 – 1969“. Lesben wurden übrigens von den Nazis als „moralisch schwachsinnig“ bezeichnet und als asozial abgestempelt. Deswegen trugen sie den schwarzen Winkel.
Dazu fand um 18.30 Uhr fand noch eine Führung zu interessanten Frauenorten in der Gegend um die LFT-Orte herum statt. Um die 60 Lesben sind da mitgelaufen.
Die Führerin hat uns verschiedene Schulen in der Umgebung gezeigt und unter anderem auch die Geschichte der beiden Veranstaltungsorte geschildert. An diesen Schulen waren auch einige Frauen, besonders jüdische, beschäftigt, die durch ihr Wirken dafür gesorgt haben, dass auch Mädchen eine bessere Schulbildung erhielten. Wir sind auch noch beim Denkmal zur Bücherverbrennung und bei der Synagoge gewesen.
Danach waren wir völlig erschöpft und beschlossen, zum Hotel zu fahren.