10 Jahre und gut 2 Monate betreibt Konny ihre Lesbenseiten http://www.konnys-lesbenseiten.de/ bzw. http://www.lesben.org/ … und seit heute sogar in wunderbar modernem femmigen Design mit Datenbank-Anbindung und allem Drum und Dran.

Lesben gab es im Internet längst bevor das World Wide Web erfunden wurde – und Konny war schon damals mit dabei: Als Mitfrau von FemNet und Femail tauschte sie Anfang der 1990er auf lahmen 386er PCs Daten aus – ganz langsam und einmal pro Nacht!
Jede Nutzerin wurde, bevor sie Mitfrau werden durfte, von den Betreiberinnen persönlich angerufen – das machen einige Foren übrigens immer noch so – und auf ihre Weiblichkeit hin überprüft.

Mit dem WWW wurde vieles leichter und unpersönlicher. Links waren der Renner schlechthin – also die Möglichkeit, auf Inhalte anderer Seiten zu verweisen, ohne dass die Betreiberin dieser Seiten selbst etwas freigeben oder einstellen musste. Klar, dass eine richtige Website her musste und klar, dass Konny sie machen würde. Konnys Lesbenseiten waren damals unglaublich modern – sie nutzten so genannte Frames (Rahmen), die ermöglichten, dass Teile der Seite immer gleich blieben und sich nur ein Bereich des Bildschirms veränderte. Modern ist das heute nicht mehr.

Aktuell sind die Seiten jedoch wie eh und je.

Und auch enorm arbeitsaufwändig zu pflegen. Jeder Eintrag musste von Hand sowohl bei Neuigkeiten als auch im jeweiligen Themenbereich eingestellt werden – und musste ebenso von Hand dort wieder entfernt werden, wenn er nicht mehr aktuell war. Und die Zahl der Themenbereiche wuchs von Jahr zu Jahr.

Eine Institution erfindet sich neu

Gleichzeitig emanzipiert sich die Seite von sich selbst. Vor wenigen Jahren noch eine ganz persönliche Seite, wuchs und wuchs sie und wird langsam von den eher im privaten Homepage-Stil gehaltenen Konnys Lesbenseiten zum professionalisierten lesben.org – eine Entwicklung, die ziemlich von allein von statten geht und jetzt, mit Blick zurück, sehr folgerichtig erscheint.

Seit einigen Jahren gibt es Datenbanksysteme, die jede nutzen kann. Konny nutzt nun eines für lesben.org, ich nutze eines für L-forum und dieser Blog L-talk ebenso. Coole Sache … funktioniert aber ganz anders als das bisherige System und bedeutet vor allem unendlich viel Arbeit, jeden einzelnen Inhalt vom alten in das neue System zu überführen. Es war nicht mit Kopieren getan – eine ganz neue Struktur musste entwickelt werden, Design und Funktionalität eingerichtet und schließlich jeder Eintrag im alten System überprüft, ggf. korrigiert und in das neue System übertragen werden.
Jetzt ist es so weit. Lesben.org ist das größte Informationsportal für Lesben – mindestens im deutschsprachigen Raum. Und der Rückblick zu den Mailboxen, in die Zeit bevor das World Wide Web erfunden war, ist wie eine Zeitreise.