Zu den Olympischen Sommerspielen in Peking haben wir lesbische Sportlerinnen vorgestellt und lange Zeit sah es so aus, als seien die in Kanada antretenden Wintersportlerinnen allesamt Heteras. Das konnte einfach nicht wahr sein. Schluchz.

Dabei war alles so gut vorbereitet: Das erste Mal gibt es ein richtiges Zentrum für lesbische Sportlerinnen und schwule Sportler, das Pride House, in Whistler und in Vancouver. L-talk war extra investigativ unterwegs um frostige Lesbenspuren in Parks und auf Stegen aufzuspüren. Wo blieben nur die lesbischen Sportlerinnen?

Lesbenspuren in der norddeutschen Eislandschaft

Das war der Stand von letzter Woche. Aber jetzt: Habt ihr die tollen Frauen gesehen, die, lesbisch wie wir, aber viel sportlicher, in Kanada am Start sind?                              

Ireen Wüst

Ireen Wüst, Niederlande, mit Goldmedaille über 1.500 Meter EisschnelllaufEisschnellläuferin Ireen Wüst aus den Niederlanden an erster Stelle, die über 1.500 Meter Gold gewann.

Ireen Wüst ist ganz neu offen lesbisch, im November 2009 berichtete sie dem Magazin TVM Helden, dass sie mit ihrer Freundin glücklich ist. Ireen ist schon länger an der Spitze: 2006 holte sie, gerade 19 Jahre alt, als jüngste holländische Goldmedaillengewinnerin aller Zeiten, in Turin den Sieg über 3.000 Meter.

„Ich will über Eisschnelllauf reden“,

sagte Wüst in einem Interview, das bei Eurout veröffentlicht wurde.

„Sven Kramer (niederländischer Europa- und Weltmeister) wird ja auch nicht gefragt, wie seine Beziehung läuft. Warum wollt ihr mich dann fragen? Wenn ich mit einem Jungen zusammen wäre, würdet ihr mich auch nicht fragen.“

Vibeke Skofterud

Die norwegische Ski-Langläuferin Vibeke Skofterud ist seit 2008 out. Sie sagte einem norwegischen Magazin, dass sie schon eine ganze Weile gewusst habe, dass sie lesbisch sei, und dass es sie einige Überwindung gekostet habe:

„Ich war nicht immer ehrlich meinen eigenen Gefühlen gegenüber.“

(zitiert nach afterellen.com)

Vibeke Skofterud, Norwegen, beim Training

In Salt Lake City erreichte Vibeke Skofterud 2002 einen 8. Platz über 30 Kilometer.

Sarah Vaillancourt

Sarah Vaillancourt spielt im kanadischen Eishockey-Team.Am 20. Februar 2006 holte sie, als Zweitjüngste im Team, eine Goldmedaille in Turin mit einem triumphalen Sieg von 46 zu 2 über die Schwedinnen.

Sarah Vaillancourt, Bild: Afterellen.com

Glücklich und stolz out ist sie seit ihrem ersten Jahr in Harvard, dort teilte sie örtlichen Zeitungen prompt mit, dass sie nicht dringend darauf angewiesen wäre dabei zu bleiben, wenn ihre Teamkameradinnen oder die Trainer irgendwelche Probleme mit ihrer sexuellen Orientierung hätten – oder mit ihrer Fähigkeit, den Puck ins Netz zu schlagen. Toughes Mädchen.

Erika Holst

"Wir sind homosexuell und die Menschen finden das Klasse: Ylva Lindberg und Erika Holst Absolut out und völlig entspannt, wen wundert’s, sind die Schwedinnen Erika Holst und Ylva Lindberg.

Erika Holst spielt im Hockeyteam der Schwedischen Nationalmannschaft seit 2002, und gewann eine Bronzemedaille in Salt Lake City. 2006 erreichte ihr Team Siber in Turin. Gemeinsam mit Teamkollegin Ylva Lindberg, die in Kanada nicht dabei ist, hatte sie ihr Coming Out in dem schwedischen Magazin QX im Juni 2006. Hauptberuflich arbeitet Erika Holst als Hockeytrainerin.

Und wo sind die anderen Lesben?

afterellen.com sprach mit Pat Griffin, der Autorin von Starke Frauen, Tiefe Schränke:

„Ich denke, wir sollten uns daran erinnern, dass Sportlerinnen, um olympisches Niveau zu erreichen, sich extrem auf den Wettbewerb konzentrieren müssen. Sie treten gegen die Besten der Welt an und ich glaube, einige von ihnen betrachten ein öffentliches Coming Out als eine Ablenkung von ihren athletischen Zielen.“

„Es gibt Sportlerinnen, die gegenüber ihrem Freundeskreis, ihren Familien, ihrem Team out sind und für die das keine große Sache ist. Sie sind nur nicht öffentlich bekannt“.

Links und Quellen:

  • Best. Lesbian. Week. Ever. (February 12, 2010), afterellen.com
  • Dutch Ice Skater Ireen Wüst Wants to Talk about Her Job, Not about Her Girlfriend, eurout.org, 14.02.2010
  • Homepage von Ireen Wüst, ireenwust.nl
  • Homepage von Vibeke Skofterud, vibekeskofterud.no
  • Sarah Vaillancourt bei Wikipedia
  • AnnaMaria Jansson: OS-hjältarna: Vi är homosexuella, Aftonbladet, 31. Mai 2006
  • Pride House: Der erste Olympische Treffpunkt für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender bei Oympischen Spielen, pridehouse2010.blogspot.com