Ich hab’s getan: In den Sommerferien habe ich zusammen mit meiner Freundin die letzte Staffel von L Word gesehen. Die Zusammenfassung: Es hat sich gelohnt. Das Ende ist rund und stimmig und bei aller Trauer, dass The „L Word“ nun zu Ende ist, konnte ich doch auch gut Abschied nehmen.

Ein Abschied, über den alle rätseln

Ihr wisst es ja eh schon alle: In der letzten Staffel stirbt Jenny. Ob Mord oder Selbstmord, und wenn Mord, wer ist die Mörderin, bleibt völlig offen und interessiert auch nicht wirklich. Sie ist tot und das mögen einige bedauern, aber viele vielleicht auch nicht.

Die letzte Staffel besteht aus „nur noch“ 8 Folgen und kommt auf 3 DVDs daher. Bereits in der ersten Folge der letzten Staffel ist klar, dass Jenny tot ist. Alle Folgen zeigen, was davor geschah.

Die Darstellerinnen…

Die sechste Staffel ist noch mal anders. Tasha kommt ganz groß raus, Bette ist so grade lesbisch, dass es kaum mehr auszuhalten ist, Tina ist so wie immer die selbständie Partnerin von Bette, Alice avanciert leider zur Nervensäge und Shane fängt was mit Jenny an, was alle unsäglich finden.

Helena Peabody ist leider nichtssagend und hat etwas mit der noch nichtssagenderen Filmemacherin Dylan und Max ist ebenso wie Joyce und Phyllis nur noch eine Randfigur. Jodie bekommt leider einen schlechten Part und Kit und Helena führen jetzt zusammen das „Planet“, dass sie in „Hit“ (eine Komposition aus Helena und Kit) umtaufen.

…und ihre Rollen

Ich will nicht allzuviel verraten, nur so viel: eine Folge ist äußerst beeindruckende Tanzeinlage aller Beteiligten, Tasha (als Schwarze) benennt Rassismus, da wo es angebracht ist und ist einfach klar und eindeutig in ihrem ganzen Charakter, was der Serie gut tut. Tina und Bette möchten ein zweites Kind haben, diesmal durch Adoption und gehen durch alle Höhen und Tiefen, die adoptionswillige Eltern durchlaufen müssen. Zum Schluss verliert Bette ihren Job, eröffnet aber zusammen mit einer früheren Studienkollegin eine erfolgreiche Galerie, aber als Tina ein Jobangebot in New York erhält, beschließen die beiden, dorthin umzuziehen, weil Tinas Karriere genauso wichtig ist wie die von Bette. Insgesamt ist die 6. Staffel ziemlich politisch, ein Großteil der Geschehnisse und des Drehortes befindet sich im Umfeld des Gay & Lesbian-Centers in Los Angeles.

Und ein Wiedersehen mit denen von früher…

Die letzte Folge bringt dann ein Wiedersehen mit allen, die wir nicht vergessen haben. Tim, Marina und Carmen und einige andere sind noch einmal zu sehen und das ist ein hervorragender Abschluss. Fragen wir uns doch schon seit langem, was aus denen geworden ist 🙂

Anmerkungen aus meiner Fan-Sicht

6 Jahre hat es gedauert, L Word zu drehen, seit 3 Jahren begleitet mich L Word in meinem Leben. Durch endlose Diskussionen bin ich gegangen, weil die alle so gut aussehen, reich und jung seien und nichts mit der wirklichen Lesbenrealität zu tun hätten. Leider haben die, die am meisten gegen L Word sind und waren, am wenigsten L Word gesehen. Irgendwann war ich es Leid, zu argumentieren, doch, es gibt auch ältere Lesben (Phyllis, Joyce), doch es gibt auch Diskriminierung am Arbeitsplatz (Tasha und Don’t ask don’t tell) und doch, es gibt auch Krankheit, Sterben und Tod (Dana, die sehr jung an Brustkrebs stirbt und die nie vergessen geht).

Also habe ich L Word „heimlich“ gesehen und mich über jede gefreut, die auch so lange durchgehalten hat. Z.B. meine Freundin Ulrike J. aus F. Als ich sie vor den Ferien besuchte, lag da auch schon die 6. Staffel bereit 🙂 Große Freude!

Und ich freue mich zu den wenigen fast-50-Jährigen in diesem unseren Lande zu gehören, die alle, aber auch wirklich alle Folgen – das sind insgesamt 70 à 45 Minuten – gesehen hat, manche doof und manche saudoof fand, die meisten gut, einen Durchhänger hatte bei der 2. und der 4. Staffel und jetzt, nach all den Jahren, jeden Charakter und jede Rolle kennt und zu jeder etwas sagen kann.

Und natürlich hatte auch ich eine Lieblingslesbe…

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