Dieses Wochenende hat der Film des indisch-amerikanischen Regisseurs Manan Dingh Katohora “When Kiran Met Karen” (WKMK) Premiere beim 14. Philadelphia International Gay and Lesbian Film Festival. WKMK wurde letzten Winter in und um New York City gedreht. Der interkulturelle lesbische Film hat schon im Vorfeld einigen Aufruhr hervorgerufen, ihm geht der Ruf voraus, ein Brokeback Mountain auf Lesbisch zu sein. Tatsächlich ist das einer der Streifen, deren Einfluss auf das Werk von Katohora nicht zu leugnen ist – ebenso wie The L Word und die indischen lesbischen Filme Fire von Deepa Mehta und Chutney Popcorn.

Regisseur und Produzent Katohora sagt

„WKMK bedient keine schäbigen Klischees, ebenso wenig ist er eine zuckersüße romantische Komödie. Es geht um eine gute Geschichte, die eine Reihe von Möglichkeiten menschlicher Beziehungen beleuchtet, und der Film ist nicht mit anderen indischen lesbischen Filmen zu vergleichen, allein, weil es so wenige davon gibt.“

Quelle Zitat : Curve Magazin, http://www.curvemag.com/Detailed/963.html
Kiran Lohar, ein Bollywood Starlet, ist in New York auf Werbetour für ihren neuesten Film, „A Himalayan Love Story“. Drei Tage vor der Premiere trifft Kiran, gespielt von Chriselle Almeida, Karen (Kelli Holsopple) und verliebt sich in sie. Karen ist eine offen lesbisch lebende Journalistin, auf der Jagd nach der Super-Story schlechthin, die ihr internationalen journalistischen Ruhm einbringen wird.

TEASER I

TEASER II

Holsopple bringt einige Theater-Erfahrung mit. Sie war gerade mit einer Rolle am Broadway, in der sie, lesbisch, sich in einen schwulen Mann verliebt. Das Stück, An Octopus Love Story, erhielt gemischte Kritiken, aber für Holsopple war es der perfekte Einstieg in die Rolle der sehr Out lebenden und sehr karrierehungrigen Journalistin Karen Sorens in WKMK.

Holsopple stellt in Frage, ob Filme mit queeren Themen, die von nicht lesbisch-schwulen Akteuren produziert und gespielt werden, authentisch sein können – und vor allem fragt sie „Wer bestimmt, was authentisch lesbisch ist?“Regisseur Katohora jedenfalls hat für den Film mit verschiedenen Leuten der indisch-amerikanischen LGBT Organisation Boston Masala und anderen Gruppen zusammengearbeitet.

Director: Manan Singh Katohora
Cast: Samrat Chakrabarti, Manish Dayal, Shetal Shah, Chriselle Almeida, Kelli Holsopple, Tirlok Malik, Kevin Byrd, Rekha Brar, Hiral Shah, Ammara Ali
Screenwriters: S. Dwaipayan, Manan Singh Katohora, Sumita Sheth
Producer: Manan Singh Katohora
Cinematographer: Punit Chhabra
Editor: Matt Perry Thomas
Manan Singh Katohora’s Filmography: Arya (2003)

Im Grunde geht es um die Verbindung zweier Frauen über drei sehr emotionale, körperliche und philosophische Tage in New York City.
Almeida sagt, „es ist keine romantische Komödie, sondern ein sehr viel wirklicherer Moment, der das ganze emotionale Spektrum einer Frau einfängt, die einen Konflikt mit sich austrägt“.

Almeida und Holsopple ist es gelungen, eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zu entwickeln, die ihnen ermöglicht hat, die Sexszenen gut zu bewältigen – geholfen hat, sagt Holsopple, auch, dass sie darauf vertrauen konnten, dass die Filmcrew respektvoll mit ihnen umgeht.
In lesbischen Medien ist viel darüber spekuliert worden, ob der Film lediglich eine Reihe übler Stereotypen reproduzieren würde – oder ob es einer dieser Filme würde, in denen die Lesbe ihre Liebste an einen Mann verliert. „Lesbische Liebe ist immer noch ein Tabu in Indien“, sagt Almeida, die als 14jährige in die USA gekommen ist. Tatsächlich lehnten zwei indische Schauspielerinnen die Rolle ab: Bollywood Star Prizaad Zorabiam lehnte ab weil sie negative Auswirkungen auf ihre Karriere befürchtete und Purva Bedi sagte zunächst zu, gab sogar ausführliche Interviews, bevor sie aus anderen Gründen aus dem Projekt ausschied.

Beide Schauspielerinnen, Almeida ebenso wie Holsopple, sehen WKMK als Sprungbrett für ihre weitere Karriere und sind gefasst auf jede Auseinandersetzung, der der Film mit sich bringen mag, ob im Mainstream, in indischen und in lesbischen Medien und Communities.

Nachtrag am 27. März 2009:
Der Film in Deutschland: verzaubertfilmfest.com