Kasha Jacqueline Nabagesera ist Feministin, Lesbe und sie lebt in Uganda – die Kombination kann sie in ihrem Heimatland ihre Freiheit oder sogar das Leben kosten. Im Angesicht der massiven Verfolgung von Schwulen und Lesben in Uganda hat Kasha Jaqueline die Organisation „Freedom and Roam Uganda (FARUG)“ gegründet, die einzige Interessenvertretung für Lesben,  bisexuelle und transsexuelle Frauen in Uganda. FARUG setzt sich für vollständige Gleichstellung und für die Abschaffung jeglicher Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung ein.

Kasha Jacqueline:

„Es begann mit drei lesbischen Frauen am 4. Juli 2003 in einer Bar, die damals in den Medien als Lesbenbar bezeichnet wurde. Viele lesbische Frauen, die davon gehört hatten, begannen, in die Bar zu kommen und neue Leute kennenzulernen.“

Bereits kurz davor hatte es einen Versuch einer angeblichen Lesbengruppe gegeben, mit den drei Frauen Kontakt aufzunehmen. Dahinter verbargen sich Männer, deren Motive bis heute unklar sind.

„Nach diesem Ereignis entschieden wir, die Idee einer eigenen lesbischen Organisation aufzugreifen. Wir überlegten uns wie wir uns nennen wollten und wie die Organisation aussehen sollte. Das war nicht einfach, denn viele Lesben hatten gemischte Gefühle. Einige wollen eher eine soziale Organisation, andere wollten eine politischen Komponente. (…) Schließlich entschieden diejenigen, die dabei bleiben wollen, dass es Raum für geellschaftliches und soziales Leben geben sollte, und dass diejenigen, die ein Forum für ihre politischen Aktivitäten suchten, das tun könnten, so lange sie die Namen und Identitäten derjenigen, die nicht öffentlich bekannt werden wollten, nicht preisgaben. Seitdem hat FARUG nicht mehr zurückgeblickt.“

Rednerin beim Oslo Freedom Forum

2010 war Kasha Jacqueline als Rednerin zum Oslo Freedom Forum eingeladen, einer Menschenrechts-Konferenz begründet von der Human Rights Foundation von Thor Halvorssen. Sie findet jährlich in Oslo statt, das erste Mal im Mai 2009, das zweite Mal im April 2010.

Das Forum bringt führende Aktivistinnen und Aktivisten auf dem Gebiet der Menschenrechte, Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger, ehemals aufgrund Menschrechtsaktivismus Gefangene und Kultur Schaffende mit Geschäftsleuten, ehemaligen und aktiven Politikerinnen und Politikern und bedeutenden Vertreterinnen und Vertretern der Medien zusammen.

Hier die beeindruckende Rede von Kasha Jacqueline in Oslo, 2010:

Kasha Jacqueline gehörte zu den ersten, die bereit waren, ihre Geschichte als offen lebende Lesbe in Uganda zu erzählen. Sie hat dadurch andere Menschen gefunden, die gegen Homophobie, Gewalt kämpfen, darunter auch Teile der Kirchen. Sie bleibt eine der wenigen Stimmen für Menschenrechte in Uganda, die international gehört werden.

Links und Quellen:

  • Die Website von Kasha Jacquelines Gruppe FARUG, faruganda.org
  • Kathambi Kinoti: Being Lesbian in Uganda: And the Threat of Anti-Homosexuality Legislation, Interview mit Kasha Jacqueline, Association for Women’s Rights in Development (AWID), 19.02.2010, awid.org
  • Velvetpark Media, velvetparkmedia.com (auch: Foto von Kasha Jacqueline)
  • Kasha Jacqueline, vorgestellt auf der Seite des Oslo Freedom Forum, oslofreedomforum.com
  • YouTube Kanal des Olso Freedom Forum, youtube.com/oslofreedomforum