Zurück zur einen oder anderen Wurzel

Tea Hvala spricht bei grassrootsfeminism.net mit Enci Brenci und Tadeja Pirih aus Slowenien über ihr feministisches Blog Lezbicnofeministicnauniverza: (englisch))

Lezbicno-feministicna univerza – Lesbisch Feministische Universität – ist eine Initiative, die sich im März 2010 als autonomer Freiraum für Lesben und Frauen, die an lesbischem Feminismus interessiert sind, gegründet hat. Das Ziel der Gründerinnen ist ein autonomer Freiraum für bildende, theoretische und künstlerische Praxis und Handeln. „Universität“ ist dabei in so fern ironisch gemeint, als die Studienmethoden auf Selbstorganisation, Autonomie, aktiver Teilhabe und demokratischen Entscheidungen aller Teilnehmerinnen basieren. Die Initiatorinnen glauben an das unveräußerliche Recht auf Frauenräume und wollen eine sichere und vor allem freie Umgebung für Frauen und für die Entwicklung eigener Gedanken zur Verfügung stellen. Daher sind die Veranstaltungen ausschließlich für Frauen offen.
Die Beiträge im Lezbicno-feministicna univerza-Blog stammen von LFU-Mitfrauen und stehen für eine Vielzahl von Meinungen und für die Ausdruckskraft einer jeden.“

schreiben die Initiatorinnen von Lezbicno-feministicna univerza in ihrer Selbstdarstellung.

Schlampen unterwegs

Um Wurzeln, aber andere, geht es auch bei den SlutWalks. SlutWalks sind eine Art moderne Frauen-erobern-die-Nacht-zurück Aktivitäten, und noch viel mehr:

„SlutWalks sind Märsche und  Demos gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen. Menschen gehen weltweit für ihr Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Gender, Sexualität und Begehren auf die Straße – sei es in privaten Beziehungen oder in Berufen, in denen Sex zum Arbeitsalltag gehört!“

(Quelle: SlutWalk Berlin)

Spannend daran ist nicht nur die Wiederkehr der Deutungshoheit, sondern auch die neue Sprache und überhaupt, dass junge Frauen die Verantwortung für die Kampagnen haben und wir Alten einfach mitgehen und uns ganz auf unsere eigenen Banner und Sprüche konzentrieren dürfen. Jubel!

SlutWalks finden in zahlreichen Städten am 13. August statt, eine Übersicht gibts bei slutwalkberlin.de.

Queer spielen

Nicole Lange nimmt sich unter dem Titel Diskriminierung Digital in Zeit online eines lange vernachlässigten Phänomens an: Queeren Charakteren in den verschiedenen Online-Spieleszenen. Gewürdigt werden nochmal die unvergessenen Sims, und bei den neueren Sachen hebt die Autorin die BioWare Spiele hervor, insbesondere Dragon Age, in denen die Wahl der sexuellen Orientierung zu den selbstverständlichen Optionen bei der Charakter-Erschaffung zählt.

Queeres Rollenspiel war auch eines der spannenden Themen beim diesjährigen Gendercamp in Hüll (Workshop Gender und Gaming). Dort ging es nicht zuletzt auch um freiere Wahlmöglichkeiten, um gender bending und um Selbstverständlichkeiten wie Gender unabhängige Kleidung und Ausrüstung.

nochmal Fußball lesbisch, weiblich, verklemmt und überhaupt

Unter dem Titel Lesben im Fußball – und der Outing-Druck stellt annie im LIBS-Blog die Frage, warum Profi-Fußballerinnen irgendwem ein Coming Out schulden sollten:

„Es wäre schön, lesbische Vorbilder zu haben, aber sie fallen nicht vom Himmel, und vor allem: sie lassen sich nicht einfordern. Vorbilder – Idole – sind immer auch öffentlich beobachtbare, von Presse und Publikum hochgehaltene und oft wieder fallen gelassene Wunschobjekte, Projektionsfläche für kollektive Fantasien. Wir wünschen uns Heldinnen, Vorreiterinnen, aber Heldentum muss auch verkraftbar sein.“

Kritische Töne zu diesem Thema auch von Nicole bei der Mädchenmannschaft: Fußball-WM 2011 zu Tode instrumentalisiert? fragt sie und unternimmt einen Streifzug durch die Fußball berichtende Medienlandschaft. Die wirklich wichtigen Fragen hierzu erforscht die Böll-Stiftung mit ihrer Gender Kicks Kampagne: Was kosten Eintritt und Stadion-Wurst, welche wird Torschützenkönigin und hat das Ganze irgendwas mit Gesellschaft zu tun?

Im ZEITmagazin schließlich vertritt Harald Martenstein die Aufassung,

„Die Frauen-Fußball-WM ist die schlimmste Frauendiskriminierung, die ich seit Konrad Adenauer erlebt habe.“

Lesen!