Das Morgenweb zitiert Gesine Schwan, die SPD-Kandidatin 2009 für das Amt der Bundespräsidentin:

Bei einer Wahlveranstaltung der NRW-SPD in Münster bekannte die 67-Jährige nun: „Nach dem Tod meines ersten Mannes habe ich sehr bedauert, nicht lesbisch zu sein.“ Während es viele interessante, partnerlose Frauen über 40 gebe, hätten alleinstehende Männer in diesem Alter „doch alle irgendeinen Hau“.

Bitter.

Noch eine. Vor fünfeinhalb Jahren wehrte sich Annette Schavan, damals Konkurrentin von Günter Oettinger um die CDU-Ministerpräsidentenkandidatur in Baden-Württemberg, gegen L-Gerüchte, berichtete unter anderem der Spiegel:      

Die CDU-Politikerin sah sich genötigt, dem hartnäckigen Gerücht entgegenzutreten, sie sei lesbisch. Es fehle ihr dazu „Eignung, Lust und Neigung“, antwortete Schavan gestern Abend vor rund 1200 Zuhörern in der Stadthalle in Tuttlingen auf eine entsprechende Frage während einer Regionalkonferenz ihrer Partei, „das habe ich jetzt einmal gesagt und ich wiederhole es nicht“.

Schlimm.

Wenigstens fehlen Frau Schwan nicht alle drei Voraussetzungen, sondern vor allem die Neigung. Grundsätzlich geeignet wäre sie wohl schon, und das mit der Lust ist einfach klasse. Genau genommen fallen einer so einige ein, die Neigung und / oder Lust haben, aber gar nicht geeignet sind, so dass man sich wünscht, sie hätten, wie Frau Schwan, einfach einen netten Mann zum Heiraten gefunden. Apropos heiraten: Das wäre, geneigt hin oder her, mit L auch nicht mehr möglich, selbst wenn die eine Lust bekäme und die andere sich eignen wollte.

Vertrackt.

Falls angesichts dieser Konkurrenz in Identitätsunwägbarkeiten die eine oder andere unsicher (geworden) ist: Hier gehts nochmal zum L-talk Ratgeber Wissenschaftliche Methoden zur Identifizierung von Lesben.

Links und Quellen:

  • Mannheimer Morgen, 26. April 2010, morgenweb.de
  • Schavan wehrt sich gegen Gerüchte, sie sei lesbisch, spiegel.de, 23.11.2004