Maximiliane Ackers wurde am 24. September 1897 in Saarbrücken geboren.

Ackers_FreundinnenFreundinnen – Ein Roman unter Frauen, der 1923 entstanden ist, zählt zu den frühen Romanen, in denen es zentral um eine lesbische Beziehung geht. Das Buch beschreibt das Leben der zwei Protagonistinnen; die Leserinnen erhalten Einblick in die lesbische Subkultur der 1920er Jahre.

Maximiliane Ackers war auch Schauspielerin, Glasmalerin, Kabarettistin und Künstlerin; eine schillernde Figur in den 1920er Jahren. Wie viele andere Werke wurde auch ihres während des Faschismus aus den Bibliotheken entfernt.

Maximiliane Ackers starb 1935.

Auszug aus: Maximiliane Ackers, Freundinnen, 1923

Sie bog am Ende der Allee nach links ab. Schlenderte über den kleinen, blumenfrohen Platz, der in der Sonne lag, als ihr jemand entgegenkam.
Es ging niemand über den Platz, als Eri und die, die ihr entgegenkam ….
»Maria … Meine heilige Maria …« stammelte Eri.
Keinen Tropfen Blut mehr im Gesicht … Mit weit aufgerissenen Augen wankte sie rückwärts. Fassungslos. Bebend, am ganzen Körper bebend, klammerte sie sich, preßte sie sich an einen Gartenzaun …
War das Blendwerk? Trug?
Die Zähne schlug sie sich in die gekrampften Hände … nein, sie wachte … sie wachte und die Sonne schien. Der Kies knirschte leise unter den näherkommenden Schritten der himmlischen Frau …
Aus der Kirche heraus … aus dem geliebten Bilde herunter … sie war es, ihre Mutter Gottes, ihre Maria …
Eri starrte sie an. War das ein Mensch? Ein Mensch aus Fleisch und Blut?
Da traf sie ein Blick. Ein langer, erdenfremder, fragender Blick.
Eri neigte das Haupt.
Als sie erwachte, leuchtete von ihrer Stirn das Zeichen der Liebe. Aber es war niemand mehr da, nur die Sonne schien. Wie vordem …

Links und Quellen:

  • Maximiliane Ackers bei Wikisource
  • Lea Raffl: Frauen in Männerkleidung. Crossdressing in Texten von Maximiliane Ackers, Hermann Hesse und Joseph Roth, Diplomarbeit, 1999 (Kunsthistorisches Institut der Universität Wien)