Ohne Mann nix los: Finanzamt Kiel-Süd und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur steuerlichen GleichstellungWas bisher geschah:

Im Juni 2013 zwang das Bundesverfassungsgericht die Bundesrepublik Deutschland , Lebenspartnerschaften im Steuerrecht gleichzustellen. Die Bundesregierung legte daraufhin einen völlig unzureichenden Gesetzentwurf vor, der aber, damit überhaupt mal etwas umgesetzt wird, in Bundestag (FDP-CDU-Mehrheit) und Bundesrat (rot-grüne Mehrheit) beschlossen wurde.

Leider hat das Bundesverfassungsgericht nicht auch noch entschieden, dass die Anrede der Steuerpflichtigen angepasst wird. Finanzamtmäßig gibt’s eben Mann und Frau und fertig ist die Laube. Das Bundesverfassungsgericht hat auch nicht entschieden, dass die Finanzämter Ausführungsverordnungen erhalten, damit in Deutschland einheitlich verfahren wird. Nun, irgendwas ist ja immer. Wenigstens ist das Finanzamt Kiel-Süd nicht auf die Idee gekommen, die gemeinsame Steuernummer auf Toilettenpapier statt auf Computerpapier zu drucken (das Bundesverfassungsgericht hat dazu nämlich ebenfalls keine Vorschriften gemacht) oder die Zahl sechshundertsechsundsechzig für uns zu reservieren.

Ich wär nun die letzte, die darauf beharren würde, dass es wichtig ist, ob eine sich als Mann oder Frau oder etwas anderes versteht. Aber sich das vom Finanzamt sagen lassen zu müssen, geht echt zu weit.

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