Lisa Fedler hat einen Kurzfilm zu dem Gedenkort für Hilde Radusch in Berlin erstellt:

Am 22. Juni 2012 wurde in Berlin-Schöneberg ein Gedenkort für Hilde Radusch eingeweiht. Es ist der erste Gedenkort für eine im Nationalsozialismus verfolgte lesbische Frau in Berlin. Der Filmbeitrag berichtet vom bewegten Leben Hilde Raduschs und der Geschichte des Gedenkorts. 

Die Einweihung fand am 22. Juni 2012, 17:00 Uhr in Berlin statt.

„Immer Kämpferin, nie Opfer“ – Stationen eines unangepassten Lesbenlebens

Gedenkort für Hilde Radusch
initiiert von der Arbeitsgruppe Miss Marples Schwestern

Lebensdaten Hilde Radusch (von denktafeln.de)

1903 geboren am 6. November in Altdamm bei Stettin,
aufgewachsen in Weimar, kam 18jährig allein nach Berlin
1921 ausgebildet als Kinderhortnerin im Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin,
1923 Arbeit als Telefonistin bei der Reichspost, Betriebsratsvorsitzende,
1925 Mitglied im neu gegründeten roten Frauen- und Mädchenbund,
1929 bis 1932 Stadtverordnete für die Berliner KPD,
1933 in „Schutzhaft“ in der Barnimstraße (Frauengefängnis),
1933 bis 1944 in diversen Alltags- und Arbeitssituationen in Berlin Mitte überlebt,
1941 organisiert zusammen mit ihrer Freundin den „Mittagstisch“ für Verfolgte
1944 (Warnung vor Aktion „Gewitter“) bis Kriegsende versteckt in Gartenlaube
1939 als Paar zusammen mit Lebensgefährtin Eddy bis zu deren Tod 1960,
1945/46 im Bezirksamt Schöneberg tätig in der Abteilung „Opfer des Faschismus“,
1946 Mit-Initiatorin der Aktion „Rettet die Kinder“
1946 Ausschluss aus der Partei und Rückzug von jeglicher Parteimitarbeit,
zusammen mit Eddy Trödelladen geführt. Frühverrentet, freigeistig, spirituell
1974 Gründungsmitglied L74, einer Berliner Gruppe lesbischer Frauen
1978 Gründungsmitglied FFBIZ (Frauenforschungs-, -bildungs- und -inform. zentr.)
ab 1978 diverse schriftstellerische Tätigkeiten,
Wiederaufleben in der autonomen Frauenprojektebewegung Berlins,
die letzten fünf Jahre in täglicher Begleitung von einem Freundinnenkreis,
1994 gestorben in der Eisenacher Str. 14

Links und Quellen: