Kampflesbe

Kampflesbe

Dieses Wochenende ist in meiner Stadt Frankfurt am Main 3 Tage lang CSD. Das nimmt auch die bundesweit bekannte Zeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR)  zum Anlass, unserer zu gedenken:

Cristopher Street Day Buntes Treiben Von Jana Schulze

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/1839115_Cristopher-Street-Day-Buntes-Treiben.html

Abgesehen davon, dass man ‚Christopher‘ am Anfang mit „h“ schreibt und auch Renate Künast nicht mit ‚y‘ schreibt (wie lange ist die eigentlich schon bekannt?), ist der Artikel wie jedes Jahr: Schwulenlastig und pornoerwähnend.

Natürlich haben wir auch dieses Jahr (so wie im letzten und im vorletzten und im vorvorletzten Jahr, als Yvonne Ford von Late Bloomers die Zeitungen anrief und nachforschte und schrieb und nochmal…) der FR rechtzeitig im Vorfeld des Frankfurter CSDs geschrieben, doch bitte mal eine Lesbe zu befragen, z.B. eine von uns. Wir haben vollen Vor- und Zunamen angegeben und alle Telefonnummern angegeben, erwähnt wer wir sind und welche Funktion wir haben. Es hat nichts genutzt. Es ist wie immer. Also schrieb ich folgenden Leserinnenbrief:

Das könnt Ihr übrigens auch tun. Die Leser(!)brieffunktion befindet sich am Ende des FR-Artikels.

Sehr geehrte Frau Schulze,

vielen Dank für Ihren Bericht zum Christopher Street Day. Wie gewohnt aus der FR ist er auch dieses Jahr schwulenlastig und die Erwähnung, dass man an den Ständen Pornos erwerben könne von enorm hohen Informationswert. Könnte ich Ihren Artikel kommentieren, wäre meine Überschrift: Der Blick der Heteros auf die Lesben-/Schwulenwelt.

Ich freue mich als lesbische Minderheit Eingang in Ihr Publikationsorgan gefunden zu haben. Weniger freue ich mich alljährlich darüber, den CSD als „schrill“ und Partyveranstaltung dargestellt zu bekommen.

In diesem Jahr feiern wir 40 Jahre Stonewall. Seitdem kämpfen Lesben und Schwule darum, als „normal“ anerkannt zu werden. Es gelingt auch einer fortschrittlichen Zeitung wie der Ihren nicht immer. Ich bin 48 Jahre alt, lesbisch, wohne in Frankfurt und veranstalte dieses Jahr zum zweiten Mal den „Lesbenblock“ mit. Wir treffen uns am Samstag um 11.30 Uhr an der Paulskirche, Eingang Braubachstraße, einzig allein um zu zeigen, dass es Lesben gibt und dass wir weder schrill noch Party noch Porno sind. Allein diese simple Aussage in den Köpfen dieser Gesellschaft zu manifestieren, scheint ein aussichtsloser Kampf zu sein.

Mit freundlichen Grüßen – Konstanze „Konny“ Gerhard
Betreiberin des Online-Portals www.lesben.org

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