… eine Millionenstadt in Norddeutschland, in der ist demnächst Wahl, zu einem Landesparlament, die Stadt heißt Hamburg und in ihr leben viele Lesben. Es gibt jetzt einen offiziellen Text des offiziellen Frauentagsprogramms für den 8. März im Netz: http://www.frauentag-hamburg.de/

Mit Interesse lese ich das Programm, es ist sehr voll und scheint sehr reichhaltig zu sein – aber Lesben kommen nicht vor. Kann es wirklich sein, dass das Wort „lesbisch“ oder „Lesbe“ gar nirgendwo auftaucht? Dass es nirgendwo „gebraucht“ wird sozusagen?
Öh, warum eigentlich nicht? Das habe ich eben in einer Mail auch die Organisatorinnen gefragt.

Damit das Wort „Lesbe“ oder „lesbisch“ vorkommt – zum Beispiel bei der Veranstaltung zu alleinerziehenden Müttern – muss es nach meinem Empfinden keinen Lesbenverein beim Landesfrauenrat geben, sondern einfach eine tolerante Offenheit dafür, dass alleinerziehende Mütter auch Lesben sein können und deshalb bei einer solchen Veranstaltung ebenso mit gut geeigneten Informationen versorgt werden wie alle anderen Mütter, die sich vernetzen wollen.

Ich kenne mich da zwar nicht aus, aber nehmen wir dieses Beispiel, das immerhin sein könnte: Lesbische Mütter vernetzen sich eventuell am besten rund um das Thema „Regenbogenfamilien“ – und so einen Hinweis fände ich auch im Ankündigungstext sehr gut. Für dieses Stichwort ist aber dann eher mal kein Platz, wenn davon ausgegangen wird (und so scheint es mir hier der Fall zu sein), dass Mütter, die alleinerziehend sind, sich für Regenbogenfamilien gar nicht interessieren WÜRDEN…

Ich halte es zwar mit Monique Wittig, schöne Grüße von 1978: „Lesben sind keine Frauen“ – aber nun gibt es doch (m)einen Widerspruch: ich will, dass Lesben im Programm eines Internationalen Frauentages offiziell inhaltlich genannt vorkommen – spinne ich jetzt?

Schauen wir uns mal auch in anderen Städten um auf den Boulevards des 8. März: nirgends Lesben, überall Frauen?