Der Oscar Wilde Buchladen in New York City schließt. Eine Folge der Wirtschaftskrise, sagt Inhaberin Kim Brinster, den den Laden seit 1996 führt und erst vor wenigen Jahren übernahm.

Er besteht seit 1967 und ist der älteste und berühmteste lesbisch schwule Buchladen der Welt. Oscar Wilde Books ist ebenso eine Legende wie das gleich um die Ecke liegende Stonewall Inn, mit dem die moderne lesbisch schwule Emanzipationsbewegung begann. Seit 27 Jahren ist Kim Brinster dabei – eine ein viertel Jahrhundert umspannende Liebesgeschichte, zunächst als Kundin, dann als Mitarbeiterin und schließlich als Besitzerin.

Für 365gay news hat Itay Hod den Buchladen besucht:

Kim Brinster bei Oscar Wilde Books

Kim Brinster bei Oscar Wilde Books

Die Konkurrenz aus dem Internet ist die eine Sache, die Wirtschaftskrise die andere. In den gut 41 Jahren seines Bestehens war der Laden häufiger dem Ende nahe, aber irgendwie ging es immer weiter. Nun soll am 29. März endgültig Schluss sein. „Selbst wenn wir keine Miete zahlen müssten, würden die Einnahmen nicht mehr die laufenden Ausgaben decken“, sagte Kim Brinster der New York Times.

Die finanziellen Probleme des Bookstore sind nicht neu. Der dritte Besitzer Larry Lingle, musste 2003 nach gut sechs Jahren aufgeben, nachdem er eine Viertelmillion US-Dollar in den Laden gesteckt hatte. Auch er hatte weniger einen wirtschaftlichen als einen politischen Anspruch: 1996 übernahm er den Store, der ansonsten hätte schließen müssen, um eine historische Stätte der lesbischen und schwulen Bewegung in den USA zu erhalten. (Quelle: New York Times, 7.1.2003) 

Oscar Wilde Books

Oscar Wilde Books

Gegründet wurde Oscar Wilde Books übrigens von Craig L. Rodwell, der mit Harvey Milk zusammen war, als dieser noch im Schrank war – auch dies eine Legende. Der Laden öffnete 1967, zwei Jahre vor den Stonewall Inn Aufständen, zunächst in der Mercer Street und siedelte bald in die Christopher Street um – auch sie legendär. Zur Zeit der Eröffnung war Homosexualität in der Stadt noch verboten und die Polizei führte regelmäßig Razzien in schwul-lesbischen Einrichtungen durch.
Während der 1970er und 1980er Jahre wurden Demos und politische Aktionen für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben bei Oscar Wilde organisiert.