Ah,  endlich ist es wieder soweit! Buchmesse in Frankfurt!

Als wahre Büchernärrin, die bei jeder Gelegenheit liest (sogar beim Zähneputzen), muss ich da natürlich hin.

Nun bin ich in der glücklichen Lage, an allen Tagen zur Buchmesse gehen zu können, da ich von Beruf Übersetzerin bin, was mich zur Fachfrau macht und ich deshalb auch an den Fachtagen hingehen kann. Meist gehe ich aber dennoch nochmal am Samstag oder Sonntag mit Schatzi hin, auch wenn es dann ziemlich voll dort ist.

Das erste Mal war ich am Mittwoch da. Das ist immer ganz schön. Da sind die Leute noch entspannt und es ist noch nicht soviel los – sprich kein Gedränge in den Gängen. Dieses Jahr hatte ich meinen Besuch mal etwas sorgfältiger geplant, als die letzten Jahre. Da hatte ich mir nur den Ausstellerkatalog gekauft, bin in die Hallen gestürzt (vorzugsweise 3 und 4 mit den deutschen Ausstellern, 5 mit dem Übersetzer-Zentrum und 8 mit der amerikanischen Literatur). Was natürlich zur Folge hatte, dass ich abends immer total erschöpft war, mir die Füße weh taten und ich nicht wirklich Spaß auf der Buchmesse hatte.

Auf der Homepage der Buchmesse sind alle Aussteller und Veranstaltungen aufgelistet und es ist möglich, gezielt nach Schlagwörtern zu suchen. In meinem Fall nach lesbischer Literatur und Wörterbüchern. Ich habe die ausgewählten Verlage mit ihren Standnummern in eine Tabelle eingefügt, das Ganze nach Standnummern sortiert und mich so „bewaffnet“ aufgemacht. Zwar war ich relativ spät dran – gegen 13.30 Uhr war ich dort – aber die Buchmesse geht ja bis um 19 Uhr, da machte das nichts.

Ich berichte jetzt natürlich nur über den Teil meines Besuches, der interessant für diesen Blog ist, den Übersetzerinnen-Kram lasse ich hier weg.

Gegen viertel vor drei habe ich mich auf den Weg zum Stand von arte, dem Fernsehsender, gemacht, im Foyer West von Halle 3, denn dort wurde die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erwartet, die über ihr aktuelles Buch „Atemschaukel“ reden sollte.

Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass sie nicht kommen würde, da ich am Dienstag gelesen hatte, dass sie „schwer erkrankt“ sei.  Zum Glück habe ich mich nicht für eine andere Veranstaltung entschieden, denn Herta Müller kam. Am Stand war eine ziemlich große Menschenmenge, viele Kameras und von Herta Müller war nicht viel zu sehen. Das Interview wurde allerdings auch auf zwei Bildschirmen übertragen. Naja, da hätte sie auch in Berlin sein können, das wäre genauso gewesen. Allerdings gingen immer wieder mal Leute aus der Menge weiter,  so dass ich mich ganz langsam näher schleichen konnte und sie dann doch noch „in Echt“ zu sehen bekam. Ich will gar nicht viel erzählen, aber ich war schwer beeindruckt von ihrer Schilderung, wie das Buch zustande kam. Ich denke, das sollte ich unbedingt noch lesen. (Das ganze Interview bei arte.tv).

Dann ging es aber endlich zu den wenigen Ständen mit lesbischer Literatur. (Allerdings hatte ich Dusselchen zwei vergessen, da geht’s dann am Freitag hin.) Ich habe Lisa Ortgies den Weg versperrt und Petra Gerster nur kurz gesehen, aber das war mir egal!

Ich war beim Argument-Verlag (Halle3.1, Reihe B, Stand 173), beim Querverlag (4.1, D157), Ulrike Helmer (4.1, F152) und habe den Verlag Design PaVoni (4.1, C111) entdeckt. Letzteren kannte ich bisher noch überhaupt nicht. Der Verlag gehört Nicole J. Küppers, die auch selbst schreibt. Bisher hat sie 4 Bücher herausgegeben, zwei von ihr und zwei Fantasy-Geschichten, eins geschrieben von einem 14jährigen Mädchen und eins von einem 13jährigen Jungen. Als ich dort ankam, las Nicole Küppers gerade aus ihrem aktuellen Buch „Danke – Mr. B. Gates“, das auch online auf der Homepage des Verlages gelesen werden kann. Allerdings ist es ohne jegliche Rechtschreib- oder Grammatikprüfung und nicht lektoriert. Ich hoffe, das passiert wenigstens bei den gedruckten Büchern. Mal sehen, vielleicht hole ich mir ja mal aus Spaß ihr erstes Buch „Fette Henne in Acryl“. Auf der Homepage findet sich übrigens auch eine englische Übesetzung dieser Geschichte. Aber die sollte sich lieber niemand antun. Das Englisch ist einfach so grottenschlecht, dass es fast unlesbar ist. (Sollte ich ihr anbieten, es zu übersetzen??)

Hier soll jetzt für heute erst mal Schluß sein. Ein wenig mehr schreibe ich dann nach meinem zweiten Besuch auf der Buchmesse am Freitag (also heute).

Gute Nacht und einen schönen Tag wünscht

Astrid