Dieses Zitat beschreibt am ehesten die Stimmung im Film „A Marine Story“, den die L-Filmnacht im März 2011 zeigte.

Dreya Weber spielt die hoch dekorierte Offizierin Alex, die für sie völlig unerwartet aus dem aktiven Dienst des U.S. Marine Corps entlassen wird, weil sie lesbisch ist. Sie hatte alles dafür getan, dass man ihr nicht auf die Schliche kommt, sogar geheiratet, aber 4 Jahre alte Fotos einer früheren Freundin und E-Mails, die Alex erhalten hat, haben ihre Tarnung auffliegen lassen. In Rückblenden wird erzählt, wie Alex ihr Leben bei den Marine Corps bis zu ihrer Entlassung gestaltet hat. Sie war eine hervorragende Soldatin, Ausbilderin, mit besten Noten und vielen Auszeichnungen.

Nach ihrer Entlassung geht Alex zurück in ihre konservative Heimatstadt, wo sie erst einmal keine Perspektive hat. Deshalb willigt sie spontan ein, die rebellische Teenagerin Saffron (Paris Pickard) zu trainieren und auf den rechten Weg zu bringen. Saffron ist mit Burner liiert, der ein Labor zur Herstellung der Partydroge „Crystal Meth“ (Methamphetamin) betreibt. Da Saffron wiederholt verhaftet worden ist, steht sie vor der Wahl „Gefängnis“ oder „Armee“. Um den Aufnahmetest in die Armee zu schaffen, muss sie hart trainieren. So hart wie Alex es als Ausbilderin bei den U.S. Marine Corps gelernt hat. Und das heißt: „Ein Marine weint nicht, es schwitzen die Augäpfel!“ Alex nimmt Saffron hart ran, tägliches Ausdauertraining in gnadenloser Hitze, Disziplin und kein Erbarmen. Am wenigsten sich selbst gegenüber.

Alex aber leidet darunter, ihr Lesbischsein bislang überall versteckt zu haben. Nach ihrer für sie ungerechten Entlassung vertraut sie sich ihrer besten Freundin an. Die schleppt sie in eine Lesbenbar, wo Alex zum ersten Mal eine Vielzahl „anderer wie sie“ sieht. An diesem ersten Abend im Sub lernt sie auch ihre zukünftige neue Freundin kennen.

Als ich den Film gesehen hatte, war meine erste Reaktion: „die haben aber auch kein Klischee ausgelassen!“ Nach ein paar Gesprächen mit Freundinnen habe ich verstanden, dass die rund 14.000 Verfahren des Ausschlusses aus der U.S.-Armeee überwiegend lesbische Frauen getroffen haben, die nicht politisch geschult geschweige denn organisiert waren.

Der Untertitel des Films „every fight is personal“ (jeder Kampf ist ein persönlicher) beschreibt treffend, dass jeder dieser Ausschlüsse aufgrund von Lesbisch sein für die jeweils Betroffene eine Katastrophe war: Unehrenhaft entlassen, ohne ausreichende finanzielle Versorgung, als lesbisch geoutet (und Lesbisch sein ist in diesem Zusammenhang etwas Negatives) hat „Don’t Ask Don’t Tell“ (DADT, zu deutsch „Frag’s nicht, sag’s nicht“) über Jahrzehnte menschliche Schicksale produziert, die bis ins Mark diskriminierend waren und zahllose Karrieren ruiniert haben. Um so erfreulicher, dass im Dezember 2010 der US-Kongress das der Praxis zugrundeliegende Verbot aufhob. Derzeit (2011) sind die Streitkräfte mit der juristischen und organisatorischen Umsetzung der Gesetzesaufhebung befasst.

Originaltitel: A Marine Story … every fight is personal von Ned Farr, USA 2010 mit Dreya Weber, Paris Pickard.
Drehbuch: Ned Farr; ProduzentInnen: Dreya Weber, JD Disalvatore; Koproduzentin: Paris Pickard
Label/Studio: PRO-FUN MEDIA

Trailer:

Links und Quellen:

www.nedfarr.com/