Bild: qx.se

Zur besten Jahreszeit für romantische Hochzeiten, im Mai, wird die Ehe in Schweden zwischen zwei Frauen ebenso möglich sein wie zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann. Ein neues Gesetz, lange von der Opposition gefordert, wird endlich beschlossen.

Heute (17. Februar) hat der Innenausschuss des schwedischen Reichstags seinen Vorschlag für ein geschlechtsneutrales Eherecht vorgelegt, meldet das lesbisch-schwule schwedische Portal QX.se.

Bei einer Enthaltung und sechzehn Ja-Stimmen ist nun klar, dass Schweden vom 1. Mai an in die Fußstapfen seines Nachbarlandes Norwegen und weniger anderer progressiver Staaten treten wird.

Gegen Mittag stellte die Mehrheit im Innenausschuss ihren Vorschlag vor. Es gilt als gesichert, dass das schwedische Parlament Riksdagen diesem Vorschlag mit Mehrheit folgen wird. Also können ab dem 1. Mai die Hochzeitsglocken auch für schwedische Lesben läuten.

Für diejenigen, die bereits nach dem bestehenden Recht Lebenspartnerschaften eingegangen sind, wird es beide Möglichkeiten geben: Sie können wählen, ob die Lebenspartnerschaft bestehen bleibt oder ob sie in eine Ehe übergehen soll. Da das schwedische Lebenspartnerschaftsrecht bereits jetzt materiell der Ehe angeglichen ist, handelt es sich hierbei um eine eher formale Frage. Ab dem 1. Mai 2009 wird die Lebenspartnerschaft als Option nicht mehr möglich sein, ab dann gilt geschlechtsneutral das neue schwedische Eherecht.

Zwei Personen desselben Geschlechts können künftig heiraten, unabhängig davon, ob sie die schwedische Staatsbürgerschaft besitzen. Der Innenausschuss hat auch geregelt, wie die internationale Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen erfolgen soll. Dies wird insbesondere im Nachbarland Norwegen geschlossene Ehen betreffen, gilt jedoch auch für andere EU-Länder sowie international.

„Die Liebe hat gesiegt“, sagte Mona Sahlin, Chefin der schwedischen sozialdemokratischen Partei. Die oppositionelle Sozialdemokratie war bereits in der Vergangenheit mit dem Versuch gescheitert, lesbischen und schwulen Paaren eine Eheschließung zu ermöglichen.

Unterschiedliche Rechte für gleichgeschlechtliche und verschiedengeschlechtliche Paare bleiben in Bezug auf die Elternschaft bestehen. Wenn in einer heterosexuellen Partnerschaft ein Kind geboren wird, gilt der Mann automatisch als Vater. In einer lesbischen Beziehung wird hingegen die Partnerin nicht immer und automatisch zweite Mutter. Allerdings wird bei Kindern, die durch Insemination gezeugt werden, die Co-Mutter als Mutter betrachtet.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Positionierungen von Vertreterinnen und Vertretern der offiziellen schwedischen Kirche gegeben, die Geistlichen die Möglichkeit eröffnen wollten, Eheschließungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren zu verweigern. (Zum Hintergrund siehe L-talk: Schweden – Homo-Ehe jetzt im Parlament vom 21.1.2009)

Diese Diskussion ist noch nicht ausgestanden. Bereits heute gibt es den weithin akteptierten Segen für eingetragene Lebenspartnerschaften in der schwedischen Kirche. Ein Ehebegriff, der über die Definition von Ehe als Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau hinausgeht, wird jedoch in Teilen der Kirche abgelehnt.  

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