Am 31. August 1955 wurden in San Francisco die Daughters of Bilitis (DOB) gegründet, die erste explizit benannte lesbische Organisation. DOB war vermutlich die erste Organisation, die sich für lesbische Rechte einsetzte.

Es begann ganz banal. Del Martin und Phyllis Lyon, damals seit drei Jahren zusammen, lernten ein anderes lesbisches Paar kennen. Man beschloss, einen Club zu gründen, zwei weitere Paare kamen hinzu und die Mischung war wunderbarerweise perfekt – so perfekt, dass Daughters of Bilitis die erste in einer langen, langen Reihe großartiger, selbstbewusster, kämpferischer Frauengruppen werden sollte.
Die Gruppe verstand sich als soziale / sozialpolitische Alternative zum Sub: lesbischen Bars, die illegal waren und dadurch Razzien und polizeilicher Verfolgung ausgesetzt. Die Gründerinnen wussten, so berichteten sie später, nichts von schwulen Männergruppen wie der Mattachine Society, als sie DOB gründeten.

Daughters of Bilitis hatte großen Einfluss in den 1950er und 1960 Jahren, verlor aber im Zuge der Wirren und Konkurrenzen der 1970er an Bedeutung. Innerhalb der Gruppe gab es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob sie sich eher homosexuellen Gleichstellungsbewegungen anschließen sollten oder feministischen.

Der Name ist zum einen Anlehung an die „Daughters of the American Revolution“ (Töchter der Revolution), sein anderer Teil bezieht sich auf eine Zeitgenössin Sapphos aus einem Werk des französischen Lyrikers Pierre Louÿs, „Les Chansons de Bilitis“.


Zwei der Gründerinnen, Phillys Lyon und Del Martin über die Entstehung der Daughters of Bilitis, 2002

Quelle für das Gründungsdatum: Brooklyn Museum

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