Die Südafrikanische Läuferin Caster Semenya darf wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Am 19. August gewann die damals achtzehnjährige Caster Semenya Gold bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Ob sie es behalten durfte, war zunächst unklar. Für Monate lag ihre sportliche Zukunft  in der Hand eines “multiprofessionellen Teams”, das festzustellen hatte, ob Caster Semenya Frau genug ist für Wettbewerbe.

(siehe L-talk Beitrag vom 21. August 2009)

Der Internationale Leichtathletikverband hat Caster Semenya nun nach 11monatigen Tests wieder zugelassen, bei denen ihre Geschlechtszugehörigkeit für Sportzwecke hinreichend bewiesen wurde. Die detaillierten Testergebnisse werden nicht veröffentlicht – wenigstens das erspart der Verband der jungen Frau, die letztes Jahr nach einem herausragenden Sieg in das Zentrum einer Geschlechterdebatte katapultiert worden war, in der Medien aus aller Welt zentimeterweise ihre Sportkleidung nach verdächtigen Beulen oder deren Fehlen abgesucht hatten.

Ich bin außer mir vor Freude darüber, dass ich die globale Athletik Arena wieder betreten darf und freue mich auf die Wettbewerbe, nun wo alle Auseinandersetzungen hinter mir liegen“

sagte Semenya in einem Statement.

Die südafrikanische Frauenministerin Noluthando Mayende-Sibiya begrüßte die Neuigkeit und kritisierte den Internationalen Leichtathletikverband IAAF:

„Es ist sehr bedauerlich, dass Casters herausragende Karriere für fast ein Jahr auf Eis gelegt wurde. Die Missachtung ihrer Menschenwürde ist beklagenswert.  Wir hoffen, dass Caster die Stärke findet ihre Karriere wieder aufzunehmen und wohlmöglich noch mehr Auszeichnungen zu gewinnen als sie bereits erreicht hat.“

(zitiert nach iol.co.za)

Beitrag von Associated Press auf YouTube:

Semenyas erster Auftritt nach der Zwangspause könnte bereits am 19. Juli bei den Jugendweltmeisterschaften in Moncton, Kanada sein. Richard Stander vom Südafrikanischen Sportverband sagte, sie komme für die Nationalmannschaft in Betracht. Zunächst sei aber ein Fitness-Test fällig.