Habt ihr jemals zuvor einen Politiker erlebt, der die knifflige Aufgabe bewältigt, Bürgerrechte, Rassenfragen und LGBT Themen zusammenzubringen? Habt ihr jemals einen Politiker erlebt, der seine eigenen Wählerinnen und Wähler aufruft, diese Themen künftig wichtiger zu nehmen? Habt ihr jemals zuvor einen Politiker erlebt, der homosexuelle Menschen Brüder und Schwestern nennt?

fragen Jonanna Widner and Lynne Postel im meist verkauften Lesben-Magazin der USA, Curve.

Die neueste Entscheidung – wieder ein Super-Coup:

Barack Obama hat David Noble, den früheren Leiter der “National Stonewall Democrats” und derzeitige Direktor für Politik und Regierungsangelegenheiten bei der “National Gay and Lesbian Task Force” zum Wahlkampfleiter für LGBT Fragen ernannt. Noble wird sein Amt bei der Task Force niederlegen und zum 21. Juni mit dem neuen Job beginnen.

Quelle: Advocate.com

Banner Stonewall Democrats / Barack Obama

Wobei eins nicht vergessen werden sollte: Auch Barack Obama halt die Ehe für etwas, das Mann und Frau vorbehalten bleiben sollte. Er setzt sich für ein Institut ein – Lebenspartnerschaft oder ähnlich – dass zwar die gleichen Rechte beinhaltet, aber nach wie vor nicht Ehe ist – also noch ein weiter Weg bis es auch in den USA norwegische Verhältnisse geben wird. Immerhin:

Selbst Kathy Belge, Kolumnistin bei The Curve und Teil des Lipstick/Dipstick-Duos, bislang Anhängerin von Hillary Rodham Clinton, räumt ein, dass Obama sich schon als Senator in Illinois für lesbische und schwule Rechte stark gemacht und ein Antidiskriminierunggesetz auf den Weg gebracht hat. Später, als Senator im US-Senat, setzte er sich dafür ein, die Verfolgung von Verbrechen aus Hass auch auf solche Fälle auszudehnen, in denen jemand wegen seiner oder ihrer sexuellen Orientierung oder Genderrollen-Identität Opfer von Gewalt wird. Und dann die Frage der Bürgerrechte … aber lest selbst:

Senator Barack Obama hat zur CSD-Saison 2008 ein Statement veröffentlicht.

„Ich bin stolz, mit unseren lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Brüdern und Schwestern die Errungenschaften, die Leben und die Familien aller LGBT während dieser CSD-Saison zu feiern. Viel zu häufig wird das Thema der LGBT-Rechte von denen ins Feld geführt, die uns zu spalten versuchen. Aber in seinem Herzstück handelt dieses Thema davon, was uns als Amerikanerinnen und Amerikaner ausmacht. Es ist Zeit, unser Versprechen der Gleichheit zu erfüllen, indem wir alle Bürgerinnen und Bürger mit Achtung und Respekt behandeln. Lasst uns bundesweit Bürgerrechte durchsetzen, um aus Hass begangene Verbrechen zu ahnden und Beschäftigte vor Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechterrollen-Identität zu schützen.
Lasst uns „don’t ask – don’t tell“ aufheben und deutlich machen dass die effektivste und professionellste Militärmacht der Welt offen ist für alle Amerikanerinnen und Amerikaner, die unserem Land dienen wollen. Lasst uns die Beziehungen und die Familien von LGBT Amerikanerinnen und Amerikanern rechtlich vollständig gleichstellen.
Wir sind jetzt in der Lage, diese Ziele zu erreichen, dank des Mutes und dank der Beharrlichkeit lesbischer, schwuler, bisexueller und transgender Menschen, die Tag für Tag daran arbeiten, gleiche Rechte durchzusetzen — das schwule Paar, das Gleichstellung im Familienrecht bei der Erziehung seiner Kinder fordert, die lesbische Soldatin, die nichts anderes verlangt als ihrem Land offen und ehrlich zu dienen, die transgender Beschäftigten, denen es um die schlichte Würde geht, nach der Qualität ihrer Arbeit beurteilt zu werden. Generationen von LGBT Amerikanerinnen und Amerikanern haben gleichermaßen normal und außergewöhnlich diesen historischen Moment ermöglicht. Mit klarer Führung und harter Arbeit können wir das Versprechen gleicher Rechte für alle erfüllen.“

Quelle: Advocate.com, 10. Juni 2008

Tja, eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass jetzt erst Behauptungen lanciert werden, Barack Obama sei selbst bisexuell – das alles ist einfach liberaler als die rechten USA ertragen können. Der erste angebliche Kronzeuge jedenfalls, Larry Sinclair, hat gerade sowohl den Drogentest als auch den Lügendetektor-Test verpatzt, zu denen er sich als Vorbedingung für die Auszahlung seines Informanten-Honorars verpflichtet hatte.

Das wird noch ein sehr schmutziger Wahlkampf!