Susanne Baer, By Mathias Schindler (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia CommonsDie Gewinnerin ist … Susanne Baer!

Am 30. Juni 2013 verleiht die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in Nordrhein-Westfalen, LAG Lesben, zum fünften Mal ihren Augspurg-Heymann Preis. Diesjährige Preisträgerin ist die Richterin am Bundesverfassungsgericht Susanne Baer.

Die Wissenschaftlerin, Bundesverfassungsrichterin und engagierte Kämpferin für Gleichstellung und gegen Diskriminierung, Prof. Dr. Susanne Baer, wird für ihr couragiertes öffentliches Wirken geehrt.

Susanne Baer war vor ihrer Berufung ans Bundesverfassungsgericht Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin, James W. Cook Global Law Professor an der University of Michigan, sie unterrichtete an der Central European University in Budapest und war Direktorin des Gender Kompetenz Zentrums.

„Baer ist zwar nicht die erste Frau auf dem Karlsruher Richterstuhl, die sich für Frauenrechte einsetzt. Doch eine Juristin, die ihre politische Sozialisierung in der autonomen Frauenbewegung erfahren hat, gab es dort noch nie,“

schrieb die Financial Times über sie.

Und sie selbst stellt sich, wie sie der Zeitschrift für Politikwissenschaft, Feminia Politica, sagte,

„sehr oft die Frage, inwieweit ich als Richterin den Status und die Reputation des Gerichts nutzen will und kann, um über die unmittelbare Tätigkeit als Richterin hinaus zu kommunizieren, also in Vorträgen oder – wie hier – in Interviews.  (…) Es scheint mir wichtig, gerade auch dann präsent zu sein oder zu bleiben, wenn es um ungeliebte Themen, um die „dirty issues“ einer Gesellschaft geht, also um Gewalt gegen Frauen, um Prostitution oder Frauenhandel.“

Die LAG Lesben will mit dem nicht dotierten Augspurg-Heymann Preis Vorbilder ehren:

„In der heutigen Zeit gibt es erst wenige lesbische Frauen, die sich öffentlich sichtbar und mit Stolz zu ihrem Lesbischsein bekennen – sei es in ihrem Privatleben, in der Politik oder auch durch ihr Wirken in Film, Musik und Fernsehen. Wir wollen diesen stolzen Frauen unsere Wertschätzung ausdrücken und einen Anstoß geben, damit sich weitere Frauen an ihnen ein Vorbild nehmen.“

Frühere Preisträgerinnen sind

  • die Journalistin und langjährige Lobbyistin Inge von Bönninghausen (2012),
  • Tanja Walther-Ahrens, ehemalige Bundesliga-Fußballerin und heutige Sportwissenschaftlerin und Lehrerin (2011),
  • Sängerin und Kabarettistin Maren Kroymann (2010), sowie, als Auftakt,
  • Autorin Mirjam Müntefering (2009).

Der Festakt zur Preisverleihung findet am 30. Juni in Bochum statt.

LINKS und QUELLEN

  • Informationen und Hintergründe zum Augspurg-Heymann-Preis, augspurg-heymann-preis.de
  • Benno Stieber: Susanne Baer – Prof. Dr. Ungewöhnlich, Financial Times Deutschland vom 10.11.2010, ftd.de (Download 19.5.2013)
  • „Die Geschlechtergleichstellung hat eine etwas ambivalente Situation erreicht.“Interview mit Prof.‘in Dr. Susanne Baer, Richterin des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. In: Feminia Politica. Zeitschrift für Politikwissenschaft, 21. Jhg., Ausgabe 2-2012, Verlag Barbara Budrich: Leverkusen, S. 24ff
  • Beiträge über Susanne Baer bei L-talk
  • Die Namensgeberinnen: Beitrag über Lida Gustava Heymann bei L-talk
  • Beiträge zum Thema Bundesverfassungsgericht bei L-talk