Wer aus heiterem Himmel verlassen wird, von heute auf morgen seine Träume begraben muss, hat neben einem gebrochenen Herzen häufig eine Menge Fragen. Geschätzte fünftausend hat Joey noch ein gutes Jahr, nachdem seine Frau ihn verlassen hat – wegen und mit einer anderen …

Ein Kind und ein Haus im Grünen, so hatten sie sich ihre gemeinsame Zukunft ausgemalt. Doch dann verliebt Allyson sich in Kathleen und kehrt mit ihr der kanadischen Kleinstadt Drumheller den Rücken, um in Calgary ein neues Leben zu beginnen – etwas, das Joey nicht so recht gelingen will. Seine Mutter macht sich Sorgen um ihn; ihrer Meinung nach braucht er ein Hobby – oder wahlweise ein Antidepressivum.

Die Möglichkeit einer neuen Freizeitbeschäftigung bietet sich dem Vierzigjährigen ganz unverhofft, als sich in seiner kleinen Autoreparaturwerkstatt ein Kunde für einen zum Verkauf stehenden Gebrauchtwagen interessiert: Er bietet als Bezahlung ein Cello an. Joey lässt sich auf den ungewöhnlichen Tauschhandel ein, obwohl er mit dem Instrument eigentlich gar nichts anfangen kann. Er beschließt, sich eine Cellolehrerin zu suchen. In Calgary. Bei dieser Gelegenheit will er Allyson ein paar Sachen vorbeibringen, die sie bei ihm zurückgelassen hat, und die Frau seines plötzlich abgereisten Handelspartners ausfindig machen.

Der mehrtätige Aufenthalt in der Metropole verläuft nicht ganz wie geplant und hält manches an Überraschungen, Fragen und auch Einsichten bereit, die Joeys Leben nachhaltig verändern sollen – und auch das Verhältnis zu seiner Ex-Frau und ihrer Partnerin …

Ein Mann im Mittelpunkt? Ja, meine Damen, so ist es. „Als das Cello vom Himmel fiel“ und bei Krug & Schadenberg landete, war den Verlegerinnen sicherlich bewusst, dass sich an diesem Buch die Geister scheiden werden; dankenswerterweise haben sie aufgeschlossenen Leserinnen, für die ein hoher „L-Faktor“ verzichtbar ist, dieses Kleinod nicht vorenthalten. Leise, fein, tiefgründig, anrührend, nachdenklich stimmend – so klingt das Echo, das der erste (und hoffentlich nicht letzte) Roman der kanadischen Schriftstellerin Ivan E. Coyote hervorruft. Kurz gesagt: Kein „richtiger Lesbenroman“, aber richtig gut.

Als das Cello vom Himmel fiel
Roman von Ivan E. Coyote
Krug & Schadenberg, 2011

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